DurchSeparationZumFrieden

Divergent von Neil Burger

Divergent-2014-Movie-Poster1In einer düsteren Zukunft trieb der Krieg die Menschen in ein eingezäuntes Chicago. Was dahinter liegt weiß niemand so genau; innerhalb der Mauern leben die Einwohner in fünf Fraktionen: den Ferox – die Furchtlosen, Kämpfer, die als die Ordnungshüter der Stadt fungieren und als einzige Waffen anfertigen; die Altruan – die Selbstlosen, denken immer zuerst an die anderen, kennen keine Eitelkeit; die Ken – die Gelehrten, sind Wissenschaftler und Computerfachleute; die Candor – die Ehrlichen, sind für alle Gerechtigkeitsfragen und die Jurisdiktion zuständig und die Amite – die Friedfertigen, sind Bauern, die außerhalb der Stadt Landwirtschaft betreiben.
Beatrix und ihr Bruder Caleb gehört zu den Altruan und stehen mit ihren 16 Jahren kurz vor dem Eignungstest, der bestimmt in welcher Fraktion sie künftig leben. Meist ist es die, in der man aufgewachsen ist, doch manchmal kommt es auch zu wechseln. Auch dürfen die Jugendlichen mitentscheiden, wo sie leben werden, doch ein Zurück gibt es nie. Eine Fehlentscheidung und man ist fraktionslos, das Schlimmste was einem Bürger passieren kann.
Doch nein, es geht noch übler, nämlich ein Divergent zu sein; ein Mensch, der jeder und keiner Fraktion zugeordnet werden kann. Divergenten droht im besten Fall die Fraktionslosigkeit, doch in Wahrheit werden sie getötet.
So ist es für Beatrix auch ein mittelschwerer Schock, als sie im Test divergent abschließt, aber sie hat Hilfe, man vertuscht diese Tatsache und sie entscheidet sich für die Ferox. Leider entdeckt sie, dass bei den Ferox etwas nicht stimmt, sie mit den Ken irgendetwas planen, etwas Großes, Beängstigendes…

Jugendbücher über Distopien, in denen junge Frauen die Ordnung durcheinanderbringen und dann die Welt retten scheinen ja voll im Trend zu sein und versprechen guten Verkauf. So ist es nicht unverständlich, dass jedes so geartete Schriftwerk, gern über mehrere Bücher verfasst, auch verfilmt wird, in der Hoffnung Panem-Einspielergebnisse zu erzielen.
„Divergent“ gehört genau in diese Kategorie und ähnelt den Tributen von Panem schon ziemlich, auch wenn die Autorin das natürlich abstreitet. In Zeiten der Auftragsschreibereien und schamloser Plagiate, halte ich das jedoch für etwas geflunkert.
Auch hier steht ein Teeanger, gerade 16 und weiblich im Mittelpunkt der Story und auch sie ist ein Dorn im Auge der Führung, weil sie anders ist.
Beatrix vereint alle Eigenschaften eines nach unseren Vorstellungen gängigen Menschen, nicht jedoch die der Gesellschaft, in der sie lebt. Im Chicago dieser Welt werden Eigenschaften und Werte aufgeteilt und man kann seine Fraktion nur einmal im Leben wechseln. Dies soll der Erhaltung des Friedens dienen, doch es ist etwas im Busch, denn Missgunst ist noch nicht ausgelöscht.
Tja und so nehmen die Dinge ihren Lauf. Viele hübsche Jungleute, eine saubere Beziehung (nur händchenhalten), böse Intriganten, Mord und Totschlag im Hintergrund, ein geplanter Genozid oder Fraktionizid, Gemeinschaftsduschen und offene Klos…das Leben ist nicht einfach.
Hauptdarstellerin Shailene Woodley empfehle ich für ein etwaiges Remake von „der Einzige Zeuge“ und auch wenn Ähnlichkeiten mit Jennifer Lawrence gewollt sind (blonde lange Haare, Pausbäckchen, groß), kommt sie an deren Qualitäten nicht heran sowie man Lenny Kravitz nicht involvieren konnte, aber wenigstens seine Tochter hier mitspielen ließ.
Als halbwegs intelligenter Erwachsener kann man nur die Augen verdrehen und seinen Kindern verbieten so einen Schmarn zu lesen und zu sehen, aber wahrscheinlich liegt das nicht bei uns.
Und ob der Nachwuchs solche Stories gehirnkrebsfrei übersteht, werden wir wohl nie erfahren, hoffen wir das Beste.
Die Geschichte hat, jedenfalls im Film, einige Logiklücken, was das „Hinter der Mauer“ angeht, aber ich kenne die Fortsetzungen ja noch nicht.onion_avatars-4-253A10
Inszeniert ist der Trash solide, düstern und so sauber wie eine Packung Corega Tabs; flotte Musik, Action und mutige Springereien – alles was Jugendliche so fesch finden – ach lass uns mal zum Tätowieren gehen! -wie gesagt: wers mag.

Directed by Neil Burger Produced by Douglas Wick Lucy Fisher Pouya Shabazian Screenplay by Evan Daugherty Vanessa Taylor Based on Divergent
by Veronica Roth Starring  Shailene Woodley Theo James Ashley Judd Jai Courtney Ray Stevenson Zoë Kravitz Miles Teller Tony Goldwyn Maggie Q
Kate Winslet Music by Junkie XL Cinematography Alwin H. Küchler Editing by Richard Francis-Bruce Studio Red Wagon Entertainment Summit Entertainment
Distributed by Summit Entertainment Lionsgate Release dates March 18, 2014 (Los Angeles) March 21, 2014 (United States) Running time 139 minutes[1] Country United States Language English Budget $85 million[2] Box office $209,215,000

 

5 thoughts on “DurchSeparationZumFrieden”

  1. Salve!

    Tja, Miss CDW!
    Wir alten Leut‘ wollen halt so ein Gschmarre nicht mehr lesen/sehn.
    (Dann doch lieber einen schönen alten Heimatfilm mit Liselotte Pulver
    oder Hanni und Nanni Geschichten..;-D
    Hast du denn als junges Gör nicht die Welt durcheinander gebracht und
    dann die Jungs „gerettet“?!..;-))
    Das aktuelle Bewertungs-Pic sieht äusserst spassig aus..;-)

    Wünsche aufregenden Ostermontag!

    1. Danke 🙂

      Sowas hätte ich auch als Jugendliche nicht gelesen. Wäre mir zu mainstreamig gewesen und – so waren wir nun mal: intellektuell zu wenig anspruchsvoll :))

      1. Ahoi!
        Wo hast’n dich denn soooo lang rumgetrieben??..;-)
        (Dachte schon, dass mein erster Kommentar futsch wäre.
        War heut Vormittag nicht mehr zu sehn.)
        Der Osterschmarrn ist gegessen. Jetzt ist wieder mal ’ne
        zeitlang Ruh‘. (Gott sei Dank..;-)
        Was hast’n dann du so als 11-Jährige geschmökert??
        (Wenn nicht Hanni und Nanni)
        Bitte um Antwort für meine Profiling-Liste von dir..;-D

  2. Ich muss sagen, ich fand ihn besser als erwartet. Es ist zwar auch kein Meisterwerk und wird sicherlich nie auch nur eine Gefahr für J-Law und ihre Tribute darstellen, aber ich finde es hätte schlimmer werden können. Fürs Zielpublikum wahrscheinlich genau das Richtige!!!

    Obwohl ich mich schon frage, wie lange die uns noch mit diesen ganzen Teenie-Reihen quälen wollen…

    1. Solange der Rubel rollt, wird es diese Fortsetzungsgeschichten geben. Ist ja auch von den Verlagen vorgegeben. Guck mal in der Jugendbuch und Fantasyecke, da gibt es selten Romane, die abgeschlossen sind, meist sind die Stories auf Fortsetzung angelegt.

SagWas!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.