EinOpulentesLeben

Liberace von Steven Soderbergh

1977 lernt der blutjunge Scott Thorson den populären bunten Vogel Las Vegas‘ kennen: Liberace.
Scott arbeitet bei Film als Tierpfleger und lebt bei seinen Pflegeltern, ist aber sofort von dem alternden Entertainer beeindruckt. Der auch von ihm und so beginnt eine stürmische Affäre, der eine mehrjährige Partnerschaft folgt. Doch dann ist auch Scott Reiz für den großen Künstler verglimmt.

Es ist sicherlich ein Vorteil, kennt man Liberace noch lebend in Erinnerung hat. Menschen, die diesen schrillen Entertainer nie gekannt haben, können mit diesem Ausschnitt aus dem Leben Liberaces und Scott Thorsons sicher weniger anfangen. Liberace stand für mich neben Elvis für Las Vegas. Schillernd bunt und glitzernd, von allem zu viel und für uns hier in Europa sowas von eindeutig schwul, dass es schon verwunderte, dass er mit seinen Märchen über Frauengeschichten durchgekommen ist. Aber egal.
Die Story hier geht natürlich über ihn, doch aus der Sicht eines seiner späten Liebhaber: Scott Thorson. Der war noch nicht mal volljährig, als er den Entertainer in schon fortgeschrittenen Lebensalter kennenlernte. Naiv und verliebt, ließ er sich von Liberace alles sagen und war sogar bereit sich für ihn nach seinem Vorbild umoperieren zu lassen. Eine Folge der OPs und dem Kontakt zu Schönheitschirurg Dr. Jack Startz war dann die Tabletten- und Drogenabhängigkeit Scotts, die er in der Beziehung mit Liberace nicht mehr ablegen konnte und die sicher ein Grund der Trennung war.
Man muss wirklich sagen, dass ich froh bin, dass nun dies Soderberghs letzter Film ist, nachdem mir „Side Effects“ ja nicht so gut gefallen hatte. Aber schade, dass er zu HBO gehen musste um das Projekt zu verwirklichen und man ihn und vor allem seinem Hauptdarsteller Michael Douglas um eine Oscarnominierung oder gar um einen Oscar gebracht hat. Michael Douglas spielt Liberace mit so einer Hingabe und so unglaublich mutig, dass ich wirklich überrascht war, hatte er ja bislang ein ganz anderes Image gepflegt. Den Krebs besiegt und nichts zu verlieren, taucht er in die Rolle und rührt zu tränen. Hier auch ein Hut Ab vor der Maske, die so unglaublich gut ist.
Matt Damon als Scott Thorson ist natürlich gut, jedoch einen noch fast Teenager nimmt man ihn dann doch nicht ab, aber was solls, insgesamt kann auch er überzeugen und mimt den doch naiven Spielbubi Liberaces wirklich gut.
Ein Highlight an darstellerischer sowie maskenbildnerischer Leistung ist dann unbestritten noch Rob Lowe als Dr. Jack Startz. Er musste bestimmt Höllenqualen leiden um dieses verzerrte Gesicht und seine Menschenwürde zu wahren :))
Insgesamt vermittelt Soderberghs Film einen kleinen Einblick in ein opulentes Leben eines

Selbstverliebten Stars und seines Gespielen und ich bin sicher, da wurde nichts übertrieben.
Sehenswert.

Liberace Directed by Steven Soderbergh Produced by Gregory Jacobs Susan Ekins Michael Polaire Screenplay by Richard LaGravenese Based on Behind the Candelabra: My Life with Liberace by Scott Thorson Alex Thorleifson Starring Michael Douglas Matt Damon Music by Marvin Hamlisch Cinematography Steven Soderbergh Editing by Steven Soderbergh Studio HBO Films Distributed by HBO (United States) Entertainment One (United Kingdom) Release date(s) May 21, 2013 (Cannes) May 26, 2013 (United States) Running time 118 minutes[1] Country United States Language English Budget $23 million

6 thoughts on “EinOpulentesLeben”

  1. Also erst mal muss ich mal wieder meckern, Liberace ist nicht unter „Gesehen“ gelistet und von blog.de gab es – wie gesagt – kein „mehr“ wo ich hätte raufklicken können um den gesamten Artikel zu lesen. 🙂

    Ich hatte auch gelesen, dass Scott in Wahrheit noch minderjährig war. Im Film wurde doch aber nicht sein Alter genannt, oder?

    Ich denke auch, dass er eine Oscar-Nominierung bekommen hätte, auch wenn ausgerechnet diese Kategorie fürs nächste Jahr total überfüllt ist. Es wäre aber wohlverdient gewesen, aber gut, er hat dafür einen Emmy gewonnen und ich glaube, er hatte auch noch gar keinen – das weiß ich aber gerade nicht. 🙂

    1. Komisch, wenn ich auf meine Seite gehe, kommt das continue reading 🙁
      Das „Gesehen“ Widget war über eine Woche nicht funktionstüchtig darum 🙂
      Nein, im Film wurde sein Alter nicht genannt, aber die Tatsache, dass er noch bei seinen Eltern wohnte, trotzdem er schon arbeitete und die Art wie sie miteinander umgingen sprach ja für sein zartes Alter :))

  2. Ja nun warten wir mal ab, ob das tatsächlich Soderberghs letzter Film war, ich glaub das ja eher nicht 🙂 aber es ist wirklich schade, dass die Feigheit der US Filmbranche Liberace nur als HBO TV 2Teiler zuließ.

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