AugeUmAuge…

The East von Zal Batmanglij

Schluss mit der Untätigkeit!
Die Mitglieder des „The East“ wollen Vergeltung und ziehen die Umweltsünder persönlich zur Haftung. Wer Öl ins Meer laufen lässt bekommt die gleiche Ladung durch die Lüftungsschlitze seiner Luxusvilla. Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Natürlich wollen sich die „sündigen“ Konzerne und vor allem deren Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzende nicht so vorführen lassen, haben aber wenig Vertrauen ins FBI.
Hier kommt die Spezialfirma Hiller Brood ins Spiel. Die haben die richtigen Leute für solche Ökoterroristen und eine davon ist die Ex-FBI Frau Sarah, die sich den Fall an Land ziehen kann.
Geschickt getarnt mischt sie sich unter die Streuner der Straßen, junge Menschen, die ohne Geld durchs Land ziehen, in der Hoffnung auf eine Spur des „The East“ zu stoßen.
Ihre Mühen haben Erfolg, wenn auch reiner Zufall sie in die Arme Lucas treibt, der offensichtlich ein Mitglied der militanten Gruppe ist.
Misstrauisch wird Sarah von der Gruppe aufgenommen, aber es gelingt ihr bei der nächsten Aktion dabei zu sein: dem Vorstand eines Pharmaunternehmens, dass ein im höchsten Maße gefährliches Antibiotikum auf dem Markt hat und auch ans Militär verkauft, soll sein eigenes Mittel verabreicht werden, damit die Welt sieht, welche schlimmen Nebenwirkungen auftreten.
Sarah will das verhindern, doch ihre Chefin hat kein Interesse, denn de Firma ist nicht ihr Klient.
So gerät Sarah immer mehr in Gewissenskonflikte, die sie zwischen Richtig und Falsch aller beteiligten Seiten hin- und herwerfen.

Das Falsche tun aus den richtigen Gründen?
Ist es nur Gerecht, wenn es die bewussten und vorsätzlichen Verursacher mit gleicher Münze zurückgezahlt bekommen?
Doch dies ist nur eines der viele Probleme, mit denen sich Protagonistin Sarah auseinandersetzen muss, denn sie vertritt, wenn bislang auch mit Freude und hohem Engagement die Seite der Ungerechtigkeit.
Unternehmen, die für Umweltverschmutzung, Profit und den Tod vieler Menschen und Tiere stehen, werden von ihrer Sicherheitsfirma Hiller Brood vertreten. Dort, wo das FBI meist versagt, schleust die Firma ihre verdeckten Ermittler ein, die die Gruppen des Widerstands aufdecken und ans FBI ausliefern, selbstverständlich gegen ein behagliche Summe Geldes.
Sarah gibt alles und macht sich mit neuer Haarfarbe, Birkenstocks und Rucksack auf die Suche nach der militanten Rechtsbewegung „the East“. Sie wird fündig, schleust sich in die Gruppe ein, macht Aktionen mit, geht wieder nach Hause, geht zurück und ehe sie sich versieht ist die Welt nicht mehr so wie sie sich sie zurechtgelegt hat.
„The East“ ist kein reißerischer Actionthriller um Ökoterroristen oder Aktivisten wie man es auch bezeichnen mag, vielmehr ein Drama, das Stimmungen wiedergibt, weniger wertet, als Facetten und moralisch wie politisch schwierige Entscheidungen zeigt. Oft bedrückend, melancholisch, aber nie hilflos, denn hier sind auf beiden Seiten Menschen unterwegs, die ihr Handeln für absolut richtig erachten und deshalb nicht in Frage stellen.
Protagonistin Sarah hier gespielt von der wunderbaren Brit Marling, die auch am Drehbuch mitschrieb und mit produzierte, steht letztendlich zwischen den Fronten, stellt fest, dass ihre Seite nicht recht hat und skrupellos ist, die andere für das richtige Ziel mit den falschen Mittel arbeitet. Ständig steht sie davor Entscheidungen zu treffen, die sie moralisch vor die Zerreißprobe stellen.
Zu der ambivalent behandelten Thematik wirken die gut ausgewählten Settings.
Während die Aktivisten ganz einfach in einem abgebrannten Haus in einem Märchenwald leben und seltsame Rituale pflegen, steht das „normale“ Leben in völligem kühlen Kontrast dazu.
Aber was wäre eine noch so interessante Geschichte ohne großartige Menschen, die sie spielten?
„The East“ lebt von einem fantastischen Ensemble junger Nachwuchstalente. Neben der talentierten Marling sehen wir Ellen Page und Alexander Skarsgård, Shiloh Fernandez und Tobi Kebell, die allesamt ihren Figuren leben und emotionale Tiefe einhauchten.
Ich möchte nicht behaupten, dass der Streifen nicht seltsame oder schwache Momente hatte; einige dieser Gruppenrituale fand ich sehr albern und befremdlich, dennoch hat der Film insgesamt etwas sehr Bewegendes und hinterlässt einen mit einem Gefühl einen guten Film gesehen zu haben und ist im Vergleich zu Filmen wie „The Company You Keep“ die eindeutig bessere Wahl.

The East Directed by Zal Batmanglij Produced by Ridley Scott Michael Costigan Jocelyn Hayes-Simpson Brit Marling Written by Zal Batmanglij Brit Marling Starring Brit Marling Alexander Skarsgård Ellen Page Patricia Clarkson Music by Halli Cauthery (themes by Harry Gregson-Williams) Cinematography Roman Vasyanov Editing by Andrew Weisblum Bill Pankow Studio Scott Free Productions Distributed by Fox Searchlight Pictures Release date(s) January 20, 2013 (Sundance Film Festival) May 31, 2013 Running time 116 minutes Country United States Language English Budget $6.5 million[1] Box office $2.4 million

6 thoughts on “AugeUmAuge…”

  1. Da bin ich ja froh, dass er Dir auch so gut gefallen hat wie mir. 🙂 Der Film wirkt wirklich nach. Und ja, er wertet nicht wirklich. Er zeigt auf, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt und die Zerrissenheit von Brit Marlings Charakter ist jederzeit greifbar.

    Ich habe „The East“ mittlerweile auch ein zweites Mal gesehen und finde ihn immer noch toll.

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