Männergeheimnisse

Byzantium von Neil Jordan

Clara und Eleanor sind Vampire, Mutter und Tochter, die bereits seit über zwei Jahrhunderten durch die Zeit wandern. Clara sorgt für ihre Tochter, doch das Bedürfnis nach Blut geheimnisvolle Verfolger zwingen die Frauen zum ständigen Ortswechsel.
Als die beiden in ein beschauliches Seestädtchen umziehen, stellt Eleanor fest, dass sie hier schon einmal waren, aber Clara winkt ab und reißt einen einsamen Mann auf, der von seiner Mutter ein Hotel geerbt hat. Clara macht das, was sie am besten kann und zieht in dem heruntergekommenen Laden ein Bordell auf, während sich Clara in einen Schüler verliebt und dem Verlangen ihr Geheimnis zu teilen nicht mehr widerstehen kann.
Das sieht Eleanor nicht gerne, zumal ihnen die Bruderschaft dicht auf den Fersen ist.


Byzantium ist auch wieder einer dieser Filme, bei dem sich die Geister scheiden. Entweder man fand ihn total langweilig und uninteressant oder man liebt ihn.
Das liegt zum einen daran, dass es sich um einen sehr ruhigen und unaufgeregten Film handelt, zum anderen dass hier die tragische Geschichte zweier Frauen erzählt wird, Mutter und Tochter, in der die Mutter ihre Chance ergriff und gegen alle Regeln handelte, um sich und ihr Kind zu retten und nun beide über zwei Jahrhunderte als Vampire durch die Welt wandeln. 
Der Haken an ihrem unsterblichen Dasein ist jedoch, dass Mutter Clara für Ewig an den ihr „gegebenen“ Beruf gebunden ist, Prostituierte und Tochter Eleanor immer ein Teenager bleiben wird und vor allem, dass sie das Geheimnis einer Bruderschaft gestohlen hat, das nur Männern vorbehalten war und ist und die, die beiden verfolgen und töten wollen, denn der Herrenclub vampiert nach einem strengen Kodex.
Dass auch die beiden Frauen strenge Regeln haben, nach denen sie ihre Opfer aussuchen ist dabei nicht von belang.
Schon an der Geschichte merkt man wie anders „Byzantium“ ist und ich fands einfach originell.
Natürlich steht der Vorwurf im Raum wieder Blutsauger mit Problemen zu haben, die ihres Seins auch irgendwie überdrüssig sind, aber wie ich finde, ist das hier weder infantil, noch unstimmig, auch wenn ich die Besetzung Gemma Arterton und Soirse Ronan als gewöhnungsbedürftig ansehe. Während ich Gemma sehr schätze, muss ich sagen, dass Saoirse ihre Grenzen der Darstellung endgültig erreicht hat. Der immer gleiche Gesichtsausdruck und irgendwie null Wandlungsfähigkeit fordern ihren Tribut und es macht einfach keinen Spaß sie zu sehen. Ich hoffe für die Zukunft, dass sie sich rar macht oder einen Imagewechsel vollzieht.
Dagegen gibt Gemma Arterton mal wieder alles und beweist, dass sie nicht nur niedlich aussieht.
Sicher wird es auch Berechnung sein zwei so unterschiedlich Frauen zu zeigen, denn auch die Charakter, die sie darstellen sind sehr verschieden. Während sich Clara die Tyrannen vorknöpft, beschränkt sich Eleanor auf die Schwachen, die bereit sind zu gehen.
Insgesamt gelingt Neil Jordan hier die Verbindung von romantisch, poetischen Vampirfilm mit Splattereinlagen, denn ja, gelegentlich rollen auch schon mal Köpfe.

Für meinen Geschmack einer der schönsten Vampirfilme der letzten Jahre.


Byzantium Directed by Neil Jordan Produced by Sam Englebardt Written by Moira Buffini Starring Saoirse Ronan Gemma Arterton Sam Riley Jonny Lee Miller Music by Javier Navarrete Cinematography Sean Bobbitt Editing by Tony Lawson Distributed by StudioCanal Release date(s) 9 September 2012 (Toronto Film Festival) 31 May 2013 (United Kingdom)[1] 28 June 2013 (United States)[2] Running time 118 minutes Country United Kingdom United States Ireland Language English Budget £8,000,000[3] Box office $85,252 (US only)

18 thoughts on “Männergeheimnisse”

  1. Frauengeheimnisse

    Schon die Twilight-Blutsauger-Schmonzetten
    waren der Renner in der VT. (Unter Mädels)
    (Frauen disponieren zu diesem Genre..;-)
    Nur dass in den Twilight-Filmen keine Köpfe
    rollten, sondern nur (romantisch-blickende Augen..;-D

    Hab gestern „The Midnight Meat Train“ gesehn.
    (Ich weiß, ist schon „ein alter Hut“)
    Ich fand ihn spannend-trashig.
    Die Splatter-Sequenzen waren auch nicht „ohne“.
    Du hast ihn ja eher verrissen. Ich fand ihn gut.
    Siehst mal wie verschieden wir hie und da sind. 😉

    1. Hihi, oh my devil, ist bestimmt schon 15 Jahre her, dass ich den Film gesehen hab. War in den Stunden nach einem Silvesterfeuerwerk als Einschlaf-Film. Hat dann aber sehr gut wachgehalten xD

SagWas!