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Die Unfassbaren – Now You See Me von Louis Leterrier

Now_You_See_MeDie begnadeten Zauberkünstler Michael Atlas, Jack Wilder, Henley Reeves und Mentalist Merritt Osbourne fristen jeder für sich ihre Karriere mehr oder weniger auf der Straße oder auf Kleinbühnen, als sie eines Tages per Tarotkarten eine mysteriöse Einladung erhalten.
Ein Jahr später stehen die vier gemeinsam als die Four Horsemen in Vegas auf der Bühne. Gesponsert vom Versicherungsmagnaten Arthur Tressler schaffen sie es vor ausverkauftem Haus eine Bank in Paris auszurauben und das Geld über den Gästen auszuschütten.
Das ruft nicht nur das FBI auf den Plan, nein, auch Interpol hat eine Agentin ausgesandt die Vier aufs Korn zu nehmen.
Aber auch der Enthüllungs“Ex-Magier“ Thaddeus Bradley guckt sehr genau, was die Magier da auf der Bühne präsentieren und er weiß bereits mehr und prophezeit den Ermittlern, dass da noch wesentlich dickere Dinger auf uns warten.
Ganz falsch liegt er da nicht; schon nach kurzer Zeit sind die Illusionsten wieder auf freiem Fuß und auf dem Weg nach New Orleans für ihren nächsten Auftritt – und dieser hat es tatsächlich in sich!

  Wenn Louis Leterrier drauf steht erwartet man keinen einfühlsamen Schmusefilm und man wird nicht enttäuscht.
Sicher ist „Die Unfassbaren“ kein Überthriller und so wirklich viel sieht man weder von den Tricks, noch der eigentlichen Bühnenshow, aber damit folgt der Film auch seinem Motto: je genauer Du hinschaust, desto weniger siehst Du und wenigstens die Hauptdarsteller passten toll zusammen. Ich konnte mich nur mit einer, meiner Meinung nach völlig überbewerteten Schauspielerin  Mélanie Laurent, nicht anfreunden, was nicht an ihrer Rolle, sondern eher an ihrer Person liegt.
„Die Unfassbaren“ nimmt sich viel vor: vier äußerst begabte Nachwuchsmagier bzw. drei plus ein Mentalist werden von einem Unbekannten zusammengebracht um gemeinsam aufzutreten. Alles ist bereits geplant und ein Jahr nach ihrer Zusammenführung stehen die Vier, gesponsert von einem mehrfachen Millionär, in Las Vegas auf der Bühne.  Was sie da alles so treiben wissen wir nicht wirklich, denn das Hauptaugenmerk liegt auf einem einzigen Trick: eine Bank mitten in Paris wird von Las Vegas aus um ein paar Millionen Euro erleichtert und das Geld im Saal unter die Showgäste geblasen. Nun reiben sich alle das Kinn und jeder ahnt: sowas macht man nicht alle Tage und sicher auch nicht gleich ein zweites Mal, also welche Intention steckt hinter diesem Coup? Fragen über Fragen, Vitas von längst verblichenen großen Magiern werden erzählt, Interpol erzählt uns eine Geschichte vom Auge und wälzt echt alte Schinken und ein vergrämter, aber geschäftstüchtiger Ex-Magier ist der Gang dicht auf den Fersen. Es wird noch viel mehr kommen, sagt er unserem Mann beim FBI und so schlägt die darauffolgende Show in New Orleans ein wie eine Bombe und bringt einen extrem reichen Mann um sein komplettes Vermögen. Doch auch dieser Trick, von langer Hand vorbereitet ist noch nicht das dicke Ende von der Wurst und der geneigte Zuschauer fragt sich: wie, wer und was organisiert das alles und eigentlich waren das gar keine Shows, sondern Aktionskunst. Egal, Indizien fliegen hin und her und alles flattert auf den Höhepunkt zu, der wenigstens noch eine Autoverfolgung zu bieten hat und zeigt, was wir schon immer hinter dem ein oder anderen Zauberkunststück vermuteten. So wirklich neue und spektakuläre Kunststücke werden hier ja auch nicht gezeigt; alte Hasen kenne alle drei Darbietungen in leicht abgewandelter Form aus früheren Heiststreifen oder von der „Zauberbühne“, aber manchmal zählt ja auch der Gedanke. Die Auflösung ist dann nicht unlogisch, wenn auch mäßig glaubwürdig. Warum Regisseure und Drehbuchautoren, so gerne noch Rückblenden und Erläuterungen für die Schläfer im Publikum bringen müssen, werde ich nie verstehen, leider werden wir nicht verschont, was dann die restlichen Luftbläschen aus der Sache nimmt.
Nichstdestotrotz handelt es sich bei „Die Unfassbaren“ um einen ordentlichen Thriller im Illusionistenmilieu, der durch ein dolles Staraufgebot glänzen kann und zu keinem Zeitpunkt langweilig wird, auch wenn er am Ende etwas enttäuschend abschließt.7*:10Insgesamt sehenswert mit sehr knappen 7 Punkten.

Die Unfassbaren – No You See Me Directed by Louis Leterrier Produced by Bobby Cohen Alex Kurtzman Roberto Orci Screenplay by Ed Solomon Boaz Yakin Edward Ricourt Story by Boaz Yakin Edward Ricourt Starring Jesse Eisenberg Mark Ruffalo Woody Harrelson Mélanie Laurent Isla Fisher Dave Franco Michael Caine Morgan Freeman Music by Brian Tyler Cinematography Mitchell Amundsen Larry Fong Editing by Robert Leighton Vincent Tabaillon Studio K/O Paper Products Distributed by Summit Entertainment Release date(s) May 31, 2013 Running time 115 minutes[1] Country United States France Language English Budget $75 million[2][3] Box office $171,077,702

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