Mutterliebe

Der Hypnotiseur von Lasse Hallström

der-hypnotiseurInhalt:
Kommissar Joona Linnar steht vor einem unlösbaren Problem: eine Familie wurde abgeschlachtet.
Während der Vater bei seiner Arbeit in einer Turnhalle von hinten brutal niedergestochen wurde, findet die Polizei seine Tochter und seine Ehefrau ebenfalls erstochen in ihrem Haus. Nur einer hat überlebt, schwer verletzt konnte der Sohn der Familie gerettet werden, doch er ist nicht vernehmbar.
Die Tatsache, dass er womöglich den Täter gesehen hat, lässt Linnar keine Ruhe, da gibt ihm Ärztin Daniella einen Tipp: Ex-Arzt Erik Bark hat ganz eigene Methoden Informationen aus Menschen zu locken: Hypnose.
Bark hat sich damit in der Klinik unbeliebt gemacht, doch er kann eine Verbindung zu dem Jungen aufnehmen und stößt auf ein dunkles Geheimnis.

Fazit:
Die Skandinavier können sich nicht kurz fassen und so richtig fröhlich, flott und bunt können sie auch nicht, da macht Lasse Hallströms Thriller „Der Hypnotiseur“ auch keine Ausnahme. Und natürlich stellt man sich darauf ein.
Die Geschichte ist nichts Neues, ein Krimi/Thriller wie er nicht selten im Fernsehen läuft und wirklich überraschend ist das dunkle Geheimnis eigentlich auch nicht und erinnerte mich entfernt an „Horsemen“.
Interessant an der Geschichte ist eigentlich der „Hypnotiseur“ Erik Bark. Ein Mann, der selbst völlig fertig ist und der sich durch seine Gabe Menschen unter Hypnose Informationen zu entlocken, von denen sie gar nicht mehr wussten dass sie sie wissen, seine Karriere als Arzt zerstört hat.
Vom engagierten Arzt ist er zum lethargischen Pillenschlucker geworden, kann nicht ohne seine Dosis Schlaftabletten zur Ruhe kommen und bringt dadurch ungewollt noch Extradrama in die Ehe, weil er in einer Notsituation nicht wach wird.
Ich weiß nicht, am besten hat mir wirklich seine Rolle und die Beziehung zu seiner Ehefrau gefallen. Hallström hat die zwischenmenschlichen Spannungen der Eheleute unglaublich gut eingefangen. Das mittlerweile angewidert sein, wenn er zugedrönt ins Bett kommt – sie wirft ihn raus, erträgt ihn so nicht oder ihre Wut darüber, dass er einfach ein großes Frühstück einimmt, obwohl ihr gemeinsames Kind in Gefahr ist – er frisst sich voll, an statt wie sie zu leiden. Das Nebeneinander von Verbundenheit, Abscheu und Liebe, die ein langjährige Beziehung mit sich bringen können, das immer währende Misstrauen, wenn ein Partner betrogen wurde.
Hallström hat das gut eingefangen und Lena Olin kann auch ganz gut, wenn sie will.
Insgesamt ist „der Hypnotiseur“ eine solide Mischung aus schwedischem Langsamkeitskrimi kombiniert mit Beziehungsdrama. Das ist nicht schlecht, muss man jedoch nicht unbedingt im Kino sehen.6:10

Deutscher Titel Der Hypnotiseur Originaltitel Hypnotisören Produktionsland Schweden Erscheinungsjahr 2012 Länge 122 Minuten Altersfreigabe FSK 16 Stab Regie Lasse Hallström Drehbuch Paolo Vacirca Produktion Börje Hansson Bertil Ohlsson Peter Possne Musik Oscar Fogelström Kamera Mattias Montero Schnitt Sebastian Amundsen Thomas Täng Besetzung Tobias Zilliacus: Joona Linna Mikael Persbrandt: Erik Maria Bark Lena Olin: Simone Bark Helena af Sandeberg: Daniella Oscar Pettersson: Benjamin Anna Azcarate: Lydia Jonatan Bökman: Josef Jan Waldekranz: Shulman Eva Melander: Magdalena Göran Thorell: Stensund Gustav Levin: Carlos Tomas Magnusson: Petter Ulf Eklund: Nålen Emma Mehonic: Evelyn Claes Hartelius: Evert Braun

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