DieVerwechslungsvision

The Necessary Death of Charlie Countryman von Fredrik Bond

The Necessary Death Of Charlie CountrymanInhalt:
Charlie Countryman ist am Boden zerstört, ist doch seine Mutter gerade an Krebs verstorben. Aber Charlie hat Glück, den er sieht schon mal gerade Verstorbene und kann mit ihnen sprechen. So hört er dann auch brav auf die Worte der toten Mom, die ihm zur Auflockerung empfiehlt nach Bukarest zu fliegen.
Gehört getan und schon sitzt Charlie im Flieger und findet auch sofort Anschluss bei Sitznachbar Victor, der seine Zeit gekommen sieht und noch einmal sein Lieblingsbaseballteam in Chicago besucht hat. Der gesprächige Mann nimmt Charlie dann auch das Versprechen ab, wenn ihm was passiert eine alberne Fanmütze an die Tochter Gabi zu geben und stirbt schlafend an Charlies Schulter.
In Bukarest angekommen trifft Charlie dann auf die hübsche Musikerin und verliebt sich sofort unsterblich in sie und auch Gabi kann dem chaotischen jungen Mann etwas abgewinnen. Leider ist sie noch mit einem recht besitzergreifenden Drogengangster verheiratet, der eine Trennung nicht akzeptiert und den liebestollen Charlie schnell auf dem Kieker hat.

Fazit:
„The Necessary Death of Charlie Countryman“ ist Frederik Bonds Regiedebut und wie ich finde ein durchaus gelungenes.
Ausgangspunkt der Geschichte ist natürlich eine Verwechslung: ob Budapest oder Bukarest, was heißt das schon für einen Durchschnittsamerikaner und Protagonist Charlie folgt auch nur einer im Drogenrausch erlebten Vision seiner Mutter.
Was der junge Mann dann so in dieser ohnehin exotisch anmutenden rumänischen Hauptstadt erlebt hat es in sich. Er verliebt sich unsterblich, seine Angebetete hat noch offene Rechnungen im Gangstermilieu. Ihr Nochehemann hat seine Finger in Drogengeschäften und nimmt es mit dem Leben der für ihn störenden Menschen nicht so genau und – er gibt seine Frau nicht frei. Natürlich ist es nicht nur das, was da im Argen liegt und so verlebt Charlie Countryman ein paar echt beschwingte Tage in Bukarest, wird fast mehrmals getötet, ist im Dauerrausch und findet interessante Zimmergenossen.
Fredrik Bond inszeniert „The Necessary Death of Charlie Countryman“ ziemlich flott mit tollen bunten Bildern, viel Humor, Amore und Klischees, hat auch nicht die Traute uns ein nicht konventionelles Ende abzuliefern, dennoch macht dieser Film richtig Spaß. Shiah LaBeouf nervt mal überhaupt nicht, rennt im heavy Dave Gahan-Look und -Lifestyle durch die Nächte Osteuropas und ist in seiner Rolle angekommen. Ihm gegenüber steht Mads Mikkelsen. Kontrastreicher geht es nicht: klappriger Jüngling gegen gestandenen Mann. Neben seiner unglaublichen Leinwandpräsenz bringt kaum jemand so überzeugend unterschwellige wie explizite Gewalt so auf die Leinwand wie Mikkelsen und kann dabei sogar noch zärtliche Momente haben. Als Spielball zwischen den Fronten steht Evan Rachel Wood, die wirklich wandelbar ist und hier so anders aussieht – alle Achtung.
Daneben gibt es noch einige nette Cameos, unter anderen Meliisa Leo als Charlies Mutter.
Trotz nicht weniger Schwächen des etwas unstimmigen Thrillers und einem recht unmutigen Happy End, blieb mir „The Necessary Death of Charlie Countryman“ bis heute positiv im Gedächtnis und erinnert mich in seiner Verrücktheit an Landis‘ „Into the Night“. Ich mag den Film.7++

The Necessary Death of Charlie Countryman Directed by Fredrik Bond Produced by Albert Berger Craig J. Flores William Horberg Ron Yerxa Written by Matt Drake Starring Shia LaBeouf Rupert Grint Evan Rachel Wood Mads Mikkelsen Til Schweiger Music by Moby Cinematography Roman Vasyanov Editing by Hughes Winborne Studio Bona Fide Productions Voltage Pictures Distributed by Ascot Elite Entertainment Group VVS Films Release date(s) January 21, 2013 (Sundance Film Festival) Running time 108 minutes Country United States Language English

7 thoughts on “DieVerwechslungsvision”

  1. Doch Til ist peinlich, aber so unwichtig, dass man ihn getrost vergessen darf. Hat eine eigentlich überflüssige Szene (wie immer). Deswegen gibt es auch nicht mehr Punkte.
    Shia spielt schon wieder den etwas Überdrehten, aber hier mochte ich das.

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