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Skyfall (James Bond) von Sam Mendes

James_Bond_Skyfall

Inhalt:
Auftrag Türkei: ein Einsatz ist schief gelaufen und Bond muss mit MI6 Kollegin Eve eine Festplatte zurückbeschaffen, auf der die Namen sämtlicher NATO-Agenten stehen, die weltweit in terroristische Organisationen eingeschleust wurden. Ein Kopf an Kopf rennen, bei dem 007 seinem Ziel hautnah gegenübersteht. Doch Eve befolgt Ms Anweisung den Gegner zu töten auch wenn Bond dabei draufgeht und Bond wird getroffen.
007 wird nicht mehr gefunden und für Tod erklärt, doch nach 3 Monaten wird das Geheimdiensthauptquartier in London angegriffen. Der neue Besitzer der Festplatte gibt seinen Einstand und zielt ganz offensichtlich auf M ab.
Nur gut, dass Bond überlebt hat und den Vorruhestand auf einer netten Südseeinsel bei Sonne, Sex und viel Alkohol abbricht, um dem Vaterland zu dienen.

Fazit:
Eigentlich wollte ich erst die vier anderen Filme Revue passieren lassen, doch schon heute stelle ich fest, die Bondbilder verblassen sehr schnell und bevor ich die 143 Minuten völlig vergesse, schreibe ich also zuerst was zu diesem Streifen.
Ich möchte gleich vorwegnehmen, dass Skyfall kein wirklich schlechter Film ist.
Als irgendein Agententhriller mit Daniel Craig funktioniert er ganz gut, wenn man statische Action mag und keinen Gedanken daran verschwendet für was hier 200 Mio US Dollars verpulvert wurden.
Mir ist zur Zeit schleierhaft warum mir der Vorgänger gefallen hat, denn obwohl ich ihn drei oder viermal gesehen habe, bleibt da auch absolut nichts haften.
Egal.
Skyfall beginnt eigentlich vielversprechend, denn der Vorfilm hat wenn auch so brutal wie die anderen Craig-„Bonds“ gute Actionsequenzen und den unverhofften Tod des Hauptdarstellers (hm kennen wir doch?).
Leider kommt dann der eigentlich Vorspann mit dem von mir nicht geschätzten Adele-Song. Ich hegte die Hoffnung, dass schöne Visuals das Geleier wett machen, doch leider vermisste ich irgendwann das Konzept in der Titelsequenz, die einfach nur noch bunt waberte.
Was dann folgte war alles andere als die so hoch gelobte toll ausgearbeitete Story und endlich mal ein gutes Drehbuch.
Bond krepiert fast, macht das unmögliche möglich und überlebt einen Sturz aus gut 50 oder 100 Metern Höhe (ist beides nicht drin), und setzt sich dann irgendwo auf eine sonnige Insel ab, auf der er dem Alkohol frönt. Derweil lässt sich der Dieb der erwähnten Festplatte mit allen NATO-Spitzeln drei Monate Zeit, um sich an „Mutti“ M zu rächen. Natürlich ist der „moderne“ Bösewicht  genauso psychotisch und größenwahnsinnig wie jeder x-beliebige in einem Bond, aber er ist dazu der ultimative Computercrackfreakweißichwastyp, obwohl er vorher auch nur ein „oller“ Agent für den MI6 war. Doch erstmal weiter im Text. Bösewicht hat es mal wieder auf M abgesehen – die Frau mag wohl keiner, und sprengt das Hauptquartier in die Luft. Das sieht der überlebende Bond in der Südsee im Fernsehen, rasiert sich und fährt rasch zu Muddi, um ihr zur Seite zu stehen. Er besteht nicht mal den Fitnesstest (auch nicht neu), doch M lässt ihn durchkommen und wieder nach der Festplatte suchen. Nun fängt Bösewicht langsam an Agenten zu opfern, äh eine Forderung hatte er glaube ich, nicht. Während Bond um die Welt reist den Bösewicht zu suchen, hat er eine Begegnung mit sowas wie einem Bondgirl – auch mal wieder eine gequälte Frausklavin (gähn) des Bösewichts und gelangt über sie an unseren blondierten Weltverbesserer. Blondiert ist gut, hat Tradition, schwuchtelig auch, aber im Grunde ist die von Javier Bardem zugegebenermaßen gut dargestellten Figur des Raoul Silva ein weinerlicher Psycho, der sich von Muddi verstoßen fühlte. Der will nicht mal die Welt erobern, sondern den Scheiß, den er da macht auch noch für „gute“ Sachen missbrauchen – also wenn Bond mit ihm…oder…ach was, vergesst es.
Angeblich war das ganze Kasperletheater von extrem langer Hand von Silva vorbereitet, was nur in kleinen Teilen überzeugend war, aber auch das will ich einem Bonduniversum zugestehen. Was ich nicht verzeihen kann ist dass, nach der Vorgeschichte eigentlich keine gute Actionsequenz zu sehen war. Kein Drive, keine guten Kamerafahrten, ich habe alles sehr unbeweglich in Erinnerung und das gilt auch für meine bis dahin tief eingeschlafene Begleitung.
Bunte kitschige Bilder wie die Kasinoeinfahrt in Macao waren schon sehr peinlich, wenn Bond nicht mal ein Mädel im Arm hat. Dann tut er so, als wenn er auf einmal Ahnung von Martini hat, nachdem er im letzten Bond sein Scheißegal demonstrativ hat raushängen lassen. Ich will gar nicht erst von diesen unsäglichen Komodowaranen anfangen – für weit unter 200 Mio seht ihr sie besser in „Komodo-the living terror“. Na ja auf jeden Fall war es das dann auch mit Bondgirl, weil die gequälte Seele schnell einen Abgang macht, traditionell auch hier wie oft gesehen durch die Schusswaffe des Peinigers.
Hier komme ich dann mal zu den wirklich langweiligen Sets. Woher hat Mendes die? Während auf dem Wasser schillernde Lampions schwimmen, ist das Kasino von innen eher schäbig wie auch die Bösewichtinsel trist und dreckig ist. Glaubt Mendes, dass der Superbösewicht der Gegenwart so haust? Ich glaube da hat er was verpasst.
So richtig beeindrucken konnte hier kaum was.
Ein gläsender Wolkenkratzer in Shanghai, eine recht unattraktive Südseeinsel, ein noch hässlichere Bösewichtinsel, Durchschnitt in Macao, nichts Neues in London und eine mies gemachte Herrenhauspappmachéfassade irgendwo im schottischen Moor. Nicht eine attraktive Location, für die Bondfilme so berühmt sind, nicht eine wirklich spektakuläre Actionsequenz, kein Bondgirl, das den Namen verdient, keine Gimmicks, aber ein ganz ordentlicher Quartiermeister. Nicht zu vergessen dass Bond den Witz und die Selbstironie verloren hat. Ich finde es sehr spannend, dass Die Selbstironie ein so häufiges Kriterium bei fast allen Genres ist. Egal ob Horror oder Action, man verzeiht alles, wenn das „Augenzwinkern“ nicht fehlt, aber in einem Film einer Reihe, die für die Selbstverarschung steht, ist das auf einmal gar kein Thema mehr. Hier wird dieser Bierernst so hingenommen und viel schlimmer, es gibt Applaus, wenn Mendes hingeht und versucht einen zweiten „Dark Knight“ aus Bond zu machen und hier eine Vergangenheit , die eigentlich niemanden interessiert, hinpinselt und das auch noch schlecht.
Sentimentales Augenpipi in Skyfall, der alte Hausdiener, der Geheimgang in den Moor, die Kapelle mit Mama und Papas Grab… also bitte!
Aber auch jetzt ist noch nicht Schluss mit unlustig, denn nach dem Martiniauftritt und der Wiedergeburt des Aston Martin DB5, der so unlogisch und lächerlich ist wie Daniel Craig im Tütü, finden wir uns auf einmal im ganz altmodischen M-Büro wieder mit einer Moneypenny im Vorzimmer, die fälschlicherweise auch noch Eve heißt und nicht Jane, aber das ist wahrscheinlich Mendes eigener Witz.
Nun erklär mir mal einer: wozu tue ich drei Bondfilme so, als wenn ich die Serie moderner und realistischer machen will und demontiere am Ende eines Filmes dann das ganze neue Konzept dermaßen, in dem ich praktisch 40 Jahre zurückgehe?
Bin ich echt die einzige, die sich hier veräppelt fühlt?

Insgesamt kann ich als Bondliebhaberin nur zu dem Schluss kommen, dass Mendes der Reihe keinen Gefallen getan hat. „Skyfall“ ist einer der schlechtesten Bonds der Serie. Er hat absolut keine bessere Story als irgendein beliebiger anderer Bond, bietet dafür aber weder den typischen Eigenhumor, noch fesche Mädchen, schöne Bilder oder rasante Action. Selbst den Bösewicht konnte man nicht ernst nehmen und die Musik wurde völlig unkontrolliert und oft zu laut eingespielt.
Ich weiß nicht, ich bin das erste Mal in meinem Leben mit einem schlechten Gewissen aus einem Bond gekommen, weil ich die Reihe so liebe und mir so gewünscht hatte einen guten Film zu sehen.
Früher konnte ich (und alle anderen) herzlich über einen schlechten Bond lachen, weil – er war wenigstens lustig; „Skyfall“ hingegen hinterlässt bei mir eine Mischung aus peinlich berührt, lange Weile und Ärgerniss, weil versucht wird aus einer Ausnahmeserie einen Einheitspsychobrei zu konstruieren, der dazu noch ewig, viel zu lang ist.
Ich weiß, dass wer auf Filme wie „The Dark Night“ steht auch „Skyfall“ mögen wird, doch ohne wenn und aber, das hier hat mit James Bond nichts mehr gemein, außer den Namen.5:10
Meine Wertung steht im Übrigen für den Film einer Bondreihe und nicht für einen beliebigen Agentenfilm.

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p>Directed by Sam Mendes Produced by Michael G. Wilson Barbara Broccoli Screenplay by Neal Purvis Robert Wade John Logan Based on James Bond by Ian Fleming Starring Daniel Craig Judi Dench Javier Bardem Ralph Fiennes Naomie Harris Bérénice Lim Marlohe Albert Finney Music by Thomas Newman Cinematography Roger Deakins Editing by Stuart Baird Kate Baird Studio Eon Productions Danjaq LLC Distributed by Metro-Goldwyn-Mayer Columbia Pictures Release date(s) 23 October 2012 (London, premiere) 26 October 2012 (United Kingdom) 9 November 2012 (United States) Running time 143 minutes Country United Kingdom United States Language English Budget $150−200 million

31 thoughts on “♪EinmalUmDieGanzeWelt♬”

  1. Ahoi!

    Man könnte es auch so betrachten:
    Du bist einfach schon zu alt für solche Filme
    bzw. für’s Popcorn-Kino..;-D
    Seinerzeit (als wir noch jung waren) gingen die Leute
    gesetzteren Alters ins Programmkino und guckten Filme von
    Claude Chabrol oder François Truffaut.
    Halt dem Alter entsprechend..;-)
    (Willst Du etwa nicht wahrhaben, dass Du bald Fuffzich bist!?..;-D

  2. Ja genau, Charles, auf, lass uns gemeinsam in die Oper gehen! Ich war vorhin in „Maria Stuarda“ von Donizetti. Oh my devil, da war eine niederländische Sopranistin am Start, die als Queen Elizabeth alles in Grund und Boden gesungen hat… Bin ja kein großer Freund salopper Wortspiele, aber Ohrgasmus scheint mir da als Bescheibung nicht ganz deplatziert ;D

  3. Siehste mal, genau das ist meine Befürchtung, genau deshalb hab ich ihn mkr noch nicht angesehen. Casino Royale fand ich ganz interessant, das Quentchen Rost hat mich dann schon nicht mehr beeindruckt. Wie du sagst, da bleibt nichts hängen (außer den verblüffenden Ähnlichkeiten der Action und Verfolgunsszenen zu unzähligen anderen Filmen).

    Werden wir jetzt wirklich alt?

  4. Das kapier ich nicht. Skyfall ist doch kein moderner Film, den ich nicht verstehe, sondern einfach nur ein schlechter ziemlich langweiliger Bond. Bei Bond hege ich doch niemals den Anspruch, dass er Tiefe haben muss, denn das war immer gute Funaction. Ich mag einfach nur keine Filme, die vorgeben tiefgründig zu sein, aber alles für Doofe erklären, damit die breite zahlende Masse auch alles kapiert oder sagt: ooooh das war aber ein ganz schlauer Regisseur.
    Sowas hat nichts mit dem Alter zu tun, sonst würde mir ja kein neuer Film außerhalb des Arthouse gefallen und das ist einfach nicht so. Zudem müsste sonst auch die Hälfte r Filmkritiker das Handtuch werfen, weil sie angeblich zu alt sind.

  5. Wieso muss ich jetzt gleich in die Oper? :))
    Die ZuAltKarte ist mir eine viel zu simple Erklärung dafür, ob man einen Film nicht mag oder doch. Das gilt auch für andere Dinge (außer Musik würde ich mal so frech sagen).

  6. Dat hat nur insofern mit Alter zu tun, als dass wir viel mehr als die Jüngeren gesehen haben und ganz andere Vergleichsmöglichkeiten haben. Wenn ich nur einmal im Jahr ins Kintopp gehe und nicht so wie wir mit Bond groß geworden sind, sieht man die Sache sicherlich anders.
    Mich regt nur auf, dass behauptet wurde hier wäre irgendwas besser oder ideenreicher oder toll gefilmt. Für mich trifft keines dieser Attribute zu.

  7. Tagchen!

    Wie man sieht, ist „Alter“ wirklich ein Reizwort
    in dieser Altersgruppe. (Weibchen..;-))

    Du wirst doch nicht anzweifeln, dass man in unserem Alter
    weit kritischer, wählerischer ist. (Ein gewisses Maß an Bildung vorausgesetzt.)
    Wir lassen uns doch nicht mehr so einfach Firlefanz andrehn.
    (Als Jugendlicher denkt man halt nicht so drüber nach.)
    Tja Miss CDW. In 10 Jahren sind wir kanpp Sechzig. Da drehn sich dann
    die Themen eher rund um Wehwehchen etc. Der Rollator ist nicht mehr weit!..;-D

    Sayonara!..;-)

  8. Ach, dann lass ich den wie geplant ausfallen. Mal wieder so ein Fall, wo du und Frau Flinkwert total auseinanderliegen in der Bewertung, aber ich denke ich bin da aher auf diener Seite. Mich nervt dieser Einheitsbrei, Bond wird zu Bourne, der ja wiederum ein zusammengequirlter Actionheld ist. Nee, dazu bin ich zu nostalgisch. Bei einer solchen Filmreihe eine solch krasse Änderung reinzubringen, das kann mir keiner zumuten (na, die jüngeren lieben es wohl, je mehr es scheppert und zack-zack hin und herschneidet, desto besser).
    Ich mag ja mittlerweile sogar den „In tödlicher Mission“, das war auch ein Bond mit Spionagestory und ohne Gimmicks etc. Aber eben doch noch einer der alten. Auch die mit Dalton mag ich wirklich gerne, und Goldeneye find ich auch klasse. Aber ab da ging es für mich immer mehr bergab. Zu actionlastig, zu unrealistisch, und daß man Madonna „Die another day“ als Titellied hat kreischen lassen, das verzeihe ich keinem der Beteiligten jemals!

  9. Das ist unsachlich und sexistisch und wenn Du meinen Kommentar gelesen hättest, habe ich bereits dazu gesagt, dass das Alter in sofern eine Rolle spielt, als dass man Erfahrung mitbringt, die die jüngeren Zuschauer nicht haben.
    Ich habe keine Ahnung warum Du mir unterstellen willst, dass ich Probleme damit habe älter zu werden.
    Davon abgesehen musste ich gestern auf einer Geburtstagsparty Ü40 wieder feststellen, dass die einzigen, die über Wehwehchen und Krankheiten geredet haben und das den ganzen Abend, Männer waren, alle auch noch jünger als ich und natürlich nur in Männerrunden, derweil die Frauen und Mann-Frau Runden „richtige“ Gesprächsthemen hatten.

  10. Häääää????
    Was ist da sexistisch??
    (Bad Hair Day, wa!?..;-D

    Mein Gott, jetzt texten wir schon über 5 Jahre.
    So langsam solltest Du mich kennen, oder?..;-)
    (Was Kommentare betrifft, die in die Kategorie „Humoreske“ fallen)
    Fakt ist aber: Nicht Männer haben ein Problem mit dem Altern,
    sondern Frauen! (Da kannst dagegenpoltern wie Du willst!)
    Aber das haben wir ja schon mal ausdiskutiert..;-)

    „Ein Quantum Trost“!..;-D

  11. Du bist aber empfindlich :))
    Das ist doch sexistisch, wenn Du behauptest das Wort „Alter“ wäre in unserer Altersgruppe-Weibchen ein Reizwort.
    Wenn, ist es das für alle Geschlechter.
    Auch heute kann ich nach dem gestrigen Tag nur sagen, Deine Aussage stimmt nicht 🙂
    Da kannst so viel sticheln wie Du willst.

  12. Okay!
    Welche Zielgruppe spricht TV-Reklame für Antifaltencremes an?
    (Kleine Hilfe: Man sieht in den Spots nur! Frauen)
    Und behaupte jetzt nicht, dass es auch TV-Spots mit Männer gibt!
    Hach! Mit dir würd ich WIRKLICH gern mal „live“ zanken!..;-D

    Ich trinke grad ’nen Beruhigungstee..;-))

  13. Aber das ist doch kein Indikator. Erstens benutzen Männer diese Cremes auch, ist aber egal und zweitens wird diese Werbung von Männern gemacht, die Frauen einreden, dass sie glatt wie ein Babypopo sein müssen.
    Werbung hat Zielgruppen, jedoch heißt das nicht, das die auch wirklich einen Bedarf haben, sonst erledigte sich ein großer Teil ja. Werbung suggeriert: Du brauchst das, sie bedeutet nicht, dass die Zielgruppe das vorher wusste.
    So spricht Werbung auch in fast allen Bereichen der Reinigung und Desinfektion die Frauen an, einfach auch weil sie sich von den alten Rollen nicht trennen mag und nicht weil Frauen lieber Putzen und alles steril haben wollen. Wenn man so durch die Drogerie geht packen gerade Männer unheimlich viel an (Marken-) Putzkram in den Wagen, also muss sie die Reklame wohl auch ansprechen?!
    Wenn Werbung einen jungen Mann für Tütensuppen rannimmt, dann nicht, weil Männer tatsächlich einen Bedarf nach Tütensuppen haben, sondern um zu sagen: selbst du Tropf kannst selbst kochen und das machst du am besten mit diesem Produkt.

  14. Hihi, war nur Spaß xD. Mein/e Vorredner/in schaut vermutlich eher sporadisch auf deinen Blog, denn einen Geschmack, der gängigen „alterstypischen“ Vorstellungen entspricht, kann man bei dir nun wirklich nicht ausmachen.
    Ich find’s eh Panne, wenn man seinen Konsum danach ausrichtet, was das Umfeld als Alters-adäquat ansieht. Das würde ich höchstens machen, wenn ich finanziell davon abhinge, haha 🙂

    (Die meisten Filme von Chabrol und Truffaut hab ich übrigens im Alter zwischen 18 und 22 gesehen xD)

  15. *SPOILERWARNUNG*

    P.S. Die Hackerszenen fand ich auch etwas albern, ebenso die an TDK angelehnte Ausbruchssequenz.

    Zum Ende: Ich hab die neue Trilogie dahingehend als Prequel verstanden, dass sie zwar in unserer Zeit spielt, aber Bonds Vorgeschichte als Charakter zeigt (quasi noch vor Connerys Bond).
    Dass am Ende der neue ‚M‘ samt Moneypenny kam, fand ich als Jux deshalb konsistent (wenn auch etwas doof, da es unplausibel ist, dass jemand mit einer Ausbildung wie Eve als Sekretärin weiterarbeitet).

    Was die Frauenfiguren angeht, haben wir in der neuen Trilogie echt eine Rückwärtsentwicklung durchgemacht. Es ging los mit Judis ‚M‘ und Evas ‚Vesper‘, doch nun sind offenbar alle intelligenten Frauen eliminiert und ab dem nächsten Film können wir uns wieder auf die Hotties beschränken, wie wir Herren sie seit den Filmen mit Connery und Moore so lieben :).
    (Der letzte Satz ist natürlich BLAH: Ich lieb Vesper… und Judis ‚M‘ wird mir auch fehlen, obwohl ich ein Fan von Fiennes bin xD)

  16. Na ja, da gehört aber etwas viel guter Wille dazu, die drei Bonds als Prequel zu sehen. In Casino Royale erscheint Bond alles andere als ein Commander der Königlichen Marine zu sein oder gar Elitestudent. Man hat doch versucht ihn so gewöhnlich wie möglich runterzubrechen und das ist eben gar nicht James Bond like. Hier fehlt doch total Bonds Bildungssnobismus.
    Natürlich sollte die Einführung der Moneypenny eine Art Jux sein. Der ist nur nicht gelungen wie auch der ganze „Rückbau“ bzw. der Vorbereitung den Bond (wahrscheinlich mit dem jetzigen Ausscheiden Craigs) nun wieder „klassisch“ zu drehen.

  17. Hm, das ist möglicherweise alles „off screen“-Charakterentwicklung :). Bond lebt die ganze Zeit weiter und wir sehen in den Filmen lediglich Ausschnitte aus seinem Leben (xD). Das mit dem Martini wurde z.B. auch nicht weiter erklärt, wenn ich mich richtig erinnere, also kann er irgendwann auch seine einfache Herkunft ad acta legen und zum Bildungssnob werden. Das mit der Herkunft würde jetzt sogar Sinn machen, da das Haus seiner Eltern (reell und im symbolischen Sinne) abgebrannt ist und er ihren Tod über den den zweiten Verlust einer Mutterfigur nun so weit verarbeiten konnte, dass es ihn „im Berufsalltag“ (xD) nicht mehr behindert. Ab jetzt kann er endlich den Chauvi rauslassen, yeah baby! 😀

  18. Äääähm… Jetzt werd bitte mal nicht sexistisch!!
    (Was den „Tropf“ betrifft..;-)
    Denkst Du wirklich, dass in Werbeagenturen nur Männer sitzen
    bzw. Werbekampagnen lostreten? Lassen sich wirklich Millionen Frauen
    derart manipulieren? (Es findet doch auch immer wieder öffentliche
    Aufklärung statt, dass sich Altersfalten mit Antifaltencremes nicht
    wegzaubern lassen. Warum ist es trotzdem ein Milliardenmarkt?
    Sind all die Konsumentinnen wirklich soooo doof??..;-)
    Hast Du schon mal in typischen Männermagazinen Werbung für Antifaltencremes
    gesehn? Voll damit sind Frauenmagazine/Gazetten! Da wird die Zielgruppe erreicht!
    Ich weiß ja nicht, welches Motiv Du hast, wenn Du wie oben die Realität verdrehst.
    Im Rossmann-Markt seh ich jedenfalls so gut wie KEINE Männer! (Ich hole mir meist
    dort günstiges Klopapier..;-) Was ich sehe sind Mädchen und Muttchen, die sich die
    Körbe mit Kosmetika und Hygiene-Artikel vollpacken!
    Noch zu „Reinigung/Desinfektion“: Noch ist diese Arbeit in Frauenhand. Da hat sich
    so gut wie NICHTS verändert! Deshalb – NUR deshalb werden die entsprechenden Produkte
    von Frauen präsentiert. (TV-Spots etc.) In Deutschland gibt es nachwievor Millionen
    Hausfrauen, die eben die traditionellen Hausaufgaben übernehmen.
    Kochen, Putzen, Waschen, Kinder. Das „Bild“ mag sich künftig ändern.
    (Betrifft die jetzt unter 30-Jährigen.) Gute Schulausbildung, Abitur, Studium.
    Da bleibt keine Zeit für die Rolle der Mutti.

    Ach ja! Du trägst ja nichts auf deine Haut auf. Du bist ja aufgeklärt und glaubst
    den Versprechungen der Werbung nicht. Du hast sicher nichts dergleichen im Bad stehn.
    Du akzeptierst Fältchen, Falten, Cellu-Beulen. (Haha!..;-)

    Wünsche wohlige Träume!..;-D

  19. OMG, wo steckt eigentlich tobe?!? Muss grad dran denken, wie er auf einen von Agent F’s Kommentaren mit „mimimimimimimimimiii“ geantwortet hat xD. Mit ihm war’s viel lustiger hier 🙂

  20. Oje, ja, ich will mich mal bemühen, mich kurz zu fassen. Ich habe Schwierigkeiten mit dem Film. Seit fast zwei Wochen liegen hier jetzt seitenweise Notizen rum, weil ich ein Review schreiben will. An sich sehe ich so vieles genauso wie du – und doch: Irgendwie mag ich den Film 🙄 Das ist ganz subjektiv und irgendwie versteht mein Bond-geschulter Verstand mein Herz nicht 😉 Aber es gibt unendlich viel, was man dem Film vorwerfen kann – und zwar völlig einerlei, ob man ihn als Bond-Fan betrachtet (und ich bin seit gut zwanzig Jahren einer) oder aber ob ihn als ernsthaften Film betrachtet. In letzterem Fall fällt er deutlich gegenüber z. B. American Beauty von Mendes ab. Und im ersteren Fall muss ich mich beklagen, dass jeder einigermaßen Film-Geschulte in Skyfall eine gewaltige Zitaten-Collage erblicken muss: Dass der Herrensitz der Bonds „Skyfall“ heißen muss, ist tatsächlich kreuzdämlich. Hinzu kommt hier, dass die Anspielung an „Rosebud“ aus Citizen Kane unglaublich verholzt ist, und dass man das aus Citizen Kane entliehen hat, wurde ja sogar öffentlich gesagt. Am meisten aber stört mich, dass so viel aus der Dark-Knight-Trilogie entlehnt wurde, dass man Bond fast als zweiten Bruce Wayne sehen muss. Auch hier hat Mendes ja eingeräumt, dass er sich da hat inspirieren lassen. Hinzu kommt eine Unzahl von Selbstzitaten aus fast allen anderen Bond-Filmen, so dass man die Eigenständigkeit von Skyfall fast bezweifeln muss. Ich bin mittlerweile wirklich der Meinung, dass ein Bond-Film eher einen Handwerker als Regisseur braucht – und keinen Autorenfilmer. Warum kann eigentlich auch das Gun-Barrel-Logo nicht mehr am Anfang stehen? Völlig unsinnig, und einfach nur ein Schlag ins Gesicht der unzähligen Fans.
    Und unterm Strich vor allem, und das sagst du ja auch: Warum muss man eigentlich jeden Held „ent-helden“ und psychologisieren? Aber dennoch: Selbst das ist im Bond-Universum nicht neu, wenn auch in dieser radikalen Form bisher nicht geschehen. Wenn man den 69er mit Lazenby sieht, wird man erstaunlich viele Parallelen zu Craigs Bond finden.
    Was mich auch störte, war, dass man die an sich gelungenen Ambitionen des Oberbösewichts nach der Hälfte zu einem persönlichen Rachefeldzug runtergebrochen hat. Selten war der Ausgangspunkt so nahe am Puls der Zeit, selten war das so gut vorstellbar, weil eben fast real: Die Geheimdienste geraten ins Hintertreffen gegenüber einem Cyber-Terroristen. Und dann hat der nur einen blöden Mutter-Komplex!

    Ich würde mir wünschen, dass die Macher sich mal der Wurzeln der Serie bewusst werde und einige flankierende britische Serien anschauen: vor allem The Avengers, aber auch Die Zwei.

    Dennoch aber mag ich den Film auch irgendwie, vor allem wegen der ersten Hälfte, der schönen Szenen in Shanghai, vor allem im Kasino. Bérénice Marlohe ist das schönste Bond-Girls seit langem – aber warum, und da geht´s wieder los, muss die so früh sterben???

    Ich weiß einfach nicht, wahrscheinlich muss ich mir den nochmal in Ruhe anschauen.

    Gestern sah ich übrigens erstmals Octopussy, der einzige Bond, um den ich immer einen Bogen gemacht habe, weil der so einen schlechten Ruf hat. Aber ich war überrascht: Zu zwei Dritteln fand ich den gar nicht so schlimm.

    Und noch was, weil hier von Alter gesprochen wurde: Ich habe selten so viele Generationen im Kino gesehen wie jetzt bei Skyfall. Das ist völlig logisch, Bond ist seit fünfzig Jahren Kult und jeder Film ein Ritual für viele. Aber unabhängig davon, ob man den jetzigen mag, sollte man sich wirklich mal wieder mehr auf die Alleinstellungsmerkmale der Figur besinnen.

  21. Na ja „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ arbeitet natürlich die einzige emotionale Phase neben seiner Verlobung mit Vesper auf – die kurze Ehe mit Teresa di Vincenzo. In sofern eine Ausnahme, ansonsten agierte Bond da ja wie immer. In „Casino Royale“ konnte ich ein gewisses Maß an Weichheit auch akzeptieren, jedoch sind mir die Craig-Bonds einfach zu schlägermäßig, Craig als Hauptfigur viel zu rustikal.
    Was die Zukunft der Bonds angeht denke ich, dieser hier soll auf die nächste Generation vorbereiten, auch wenn das in meinen Augen nicht gut gemacht wurde. Die einzelnen Figuren (der neue M, Q…) mochte ich dennoch.

    Ja und was Octopussy angeht…:)) Wir haben uns damals im Kino schlappgelacht, weil er ja auch in Berlin spielte und damit die seinerzeit total verdrehte (Außen-) Vorstellung der Trennung der Staaten (BRD und DDR) und West- und Ost-Berlin widerspiegelte. Man bog vom Kudamm einmal rechts ab und stand am Checkpoint Charlie und die Grenze war ein Stück Stacheldraht mit zwei Grenzern. Ganz davon zu schweigen, dass ein „Westzirkus“ im Osten residierte und das so nahe an der Grenze. Nichtsdestotrotz war Louis Jourdan einfach großartig. Ich mag diesen Bond 🙂

  22. Ich hab auch schon öfters geschrieben wie sehr mich das nervt, überall dieser Psycho-Hintergrund. Kann man nicht mal über Motive rätseln? Muß jeder Held, sogar ein Comic-Held, zur gequälten oder gespaltenen Seele werden?

SagWas!