FantasyFilmfestNights-KurzerÜberblick

Und schwupps ist die Fantasy Filmfest Nights und ein sonniges Wochenende, verbracht in der Cinestar-Gruft schon wieder vorbei.
Das Program setzte sich wie folgend zusammen:

SAMSTAG 24 MÄRZ

13.30 rosewood lane
15.30 [REC]³ GENESIS
17.30 LOVE
19.30 SLEEP TIGHT
22.00 The theatre bizarre

SONNTAG 25 MÄRZ

13.00 the prodigies 3D
15.00 LIVID
17.00 we need to talk ABOUT KEVIN
19.15 Chronicle  
21.30 Juan of the dead

Gesehen habe ich bis auf „The Theatre Bizarre“ alle Filme.
Die Entscheidung diesen einen auszulassen war wohl eine gute, denn geschmacksichere Quellen wie der Herr Tortss sagten, der ist richtig schlecht gewesen.
Insgesamt waren diese Nights dennoch ziemlich gelungen, mit einer stattlichen Aubeute an sehenswerten Filmen.
„Rosewood Lane“:
Rose McGowan spielt Doctor Sonny Blake, eine Radiopsychologin mit Söselbrösel Beratungssendung und verkorkster Kindheit wegen Säuferpapa, der nun endlich die Kellertreppe runterfällt und sich das Genick biricht und weil Sonny das Haus nicht verkauft bekommt selbst dort einzieht und feststellen muss, dass der Zeitungsjunge echt komisch drauf ist und irgendwer ihre Porzellanpüppchen auf der Fensterbank umarrangiert.
Netter Spuk, um einen gar teuflischen Zeitungsjungen. Für zarte Gemüter ein netter Grusel. Rangiert bei mir so bei 6.
„[REC]³ Genesis“:
Auch wenn die Rosebuds erzählen, dass sich der dritte [Rec] auf neuem Terrain bewegt ist das nicht so ganz richtig, denn er nimmt die religiösen Elemente durchaus auf und ich meinte sogar den roten Faden zum ersten erkannt zu haben wuff Ein durchaus sehenswertes Stück Zombiesplatter mit ein bisschen viel Amore, aber viel Witz und Blut. Bei mir so 7.
„Love“:
Mein persönlicher Totalausfall. Da mochte eine Band 2001 und ein paar andere Filme (ich mach mir darüber jetzt keinen Kopf welche) ganz toll, wollte mehr als einen Videoclip zum neuen Album und machte diesen Film. Vielleicht Konzeptclip zum Album oder so. Visuell teilweise sehr ansprechend, aber letztendlich zu gewollt Bedeutungsschwanger und zum Schluss eher kopfschmerzfördernd. Für mich um die 4, vielleicht auch weniger.
„Sleep Tight“:
Es soll ja [Rec]-Hasser geben, für die alleine der Name Jaume Balagueró zur generellen Sichtungsverweigerung führte. Schade, denn „Sleep Tight“ ist ein großartiger Psychothriller. Wie schon Michael Powell mit seinem legendären „Peeping Tom“ erleben wir hier alles aus der Sicht des Täters. Ein Hausmeister, der unfähig ist sich zu freuen und irgendwann beschloss, dass das auch niemand sonst darf, also sein Leben dem Unglücklichmachen von Menschen widmet und das mit einer zuweilen Scheißfreundlichkeit. Kleiner Film mit großer Wirkung! Um die 9.
„The Prodigies 3D“:
Animationsfilm in 3D mit guter Musik. Ich weiß, ich hatte auch fürs 3D gestimmt, aber so wirklich braucht das kein Mensch. Der Film hat mir gefallen. Es geht um eine Hand voll Hochbegabter mit telekinetischen Kräften (scheint ja der Trend dieses Jahr zu sein) und darum, ob und wie man solche Superpower einsetzt. Der Film ist sehr anders als die übliche Massenware gezeichnet, viele Hintergründe und Nebenszenarien nur stilisiert, Kleidung wurde auch nicht oft gewechselt (nicht mal auf dem Krankenbett), aber das fand ich gar nicht so schlimm, weil er so mehr rüberkam als wenn ein Comicheft zum Leben erwacht. Die Story fand ich ganz gut, so liegt der bei 7.
„Livid“:
Oh, oh. Hauspflegedienstanlehrlingin Lucie macht ihre erste Runde mit Chefin Wilson und wird in die mehr oder weniger lieblose Pflege der alten Menschen in der Küstenregion eingeführt. Am interessantesten ist jedoch Kundin Jessel, eine ehemalige Tanzlehrerin im Dauerkoma mit angeblich einem Schatz im Haus. Diesen Wurm von Wilson ins Ohr gesetzt, beschließt Lucie mit Freund und dessen Bruder dort einzubrechen und den Schatz zu finden, was natürlich ziemlich in die Hose geht. Dass an der alten Jessel was faul ist, hätte man aber wissen können… Guter Ansatz und Beginn, teilweise netter Splatter, dann entschwebt das Ganze aber völlig in die Lüfte… von mir nicht mehr als 4-5.
„We need to talk about Kevin“:
Ein guter Film, bei dem ich dennoch so meine Bedenken habe. Werden Menschen Böse geboren? Kann ein Kleinkind fies und berechnend sein? Wann und warum entwickelt sich ein Soziopath? Unbestritten ist das Tilda Swintons Film. Ihre Rolle großartig. Das Leid der Mutter nachvollziehbar, dennoch hatte der Film stellenweise so einen dasomentouch. Ich weiß nicht, so ein Psychopath entwickelt sich nicht aus dem Nichts. Meine Wertung trotzdem mindestens bei 8.
„Chronicle“:
Drei Teenager finden ein Loch im Wald nach dessen Erkundung sie auf einmal telekinetische Kräfte bekommen. Eine zeitlang fantern sie ordentlich ab, dann übermannen Andrew immer mehr die häuslichen Probleme und sein Außenseiterdasein an sich. Er ist der mit den entwickelsteten Kräften und wird zur allgemeinen Gefahr für sich und die Umwelt.
Sehr netter Teenager-Superpower-Streifen, diesmal als Echtfilm, aber ähnlicher Inhalt wie „Prodigies“: was tun, wenn man Superkräfte hat? 
Insgesamt gelungen, wenn auch am Schluss etwas overthetop. Liegt bei mir so um die 8.
„Juan Of The Dead“:
Die Zombieapokalypse beginnt in Kuba! Doch nein, das revolutionäre Regime sieht das völlig anders. Was da draußen die braven Kameradeanknabbert und Havanna in Schutt und Asche legt, sind natürlich Dissidenten, amerikanische Spione und überhaupt. Also Männer und Frauen Kubas: auf in den Kampf. 
Juan weiß nicht so recht – ist da vielleicht ein Peso zu verdienen? Wenn man erstmal weiß, wie diese hartnäckigen Dissidenten zu erledigen sind, könnte man doch eine Art Säuberungsdienst anbieten!
Neben „Sleep Tight“ das Highligt der Nights. Kleine Zombieprodutkion aus Kuba mit erstaunlich guten Effekten, dem richtigen Unterton und Humor. Eine echte Perle und positive Überraschung. Bestimmt 9 Punkte.

Einen Film für den Sommer konnte sich Frederike dann nicht verkneifen: Chained von Jennifer Lynch. Sie war danach fix und fertig und das ist doch genau das was wir wollen :))

10 thoughts on “FantasyFilmfestNights-KurzerÜberblick”

  1. Wow, 4 bzw. 5 Filme pro Tag, das wäre mir zu viel. Hat man dann bei dem dritten oder vierten/fünften Film noch die nötige Aufmerksamkeit oder Lust, den zu schauen? Letztlich aber eine gute Ausbeute. 🙂 „Sleep Tight“ hört sich für mich persönlich recht gut an. Schreibst Du nochmal ausführlicher über den Film?

  2. Ja, komischerweise konnte ich mich diesmal trotz Kopfschmerzen noch konzentrieren. Das geht schon, sofern man nicht nur Gurken gucken muss :))
    Na klar, schreibe ich noch ein bisschen mehr zu jedem Film. Das hier war ja nur ein kurzer Überblick was kommt 🙂

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