GangsterSeinIstNichtCool

London Boulevard von William Monahan

London-BoulevardInhalt:
Nach drei Jahren Pentonville-Gefängnis hat Mitchell genug vom Gangsterdasein, doch seine Chancen auf einen Neuanfang scheinen von Anfang an von seinem Freund Billy unterminiert zu werden. Von der ungewünschten Begrüßungsparty bis hin zur Schutzgelderpresseung – Mitchell fühlt sich unbehaglich und muss dann noch einspringen als Billy Mist baut. Das bringt den Big Boss Gant auf den Plan, dem Mitch extrem gut gefällt und der beschließt , dass der fortan für ihn arbeiten muss. Doch Gant hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn Mitch hat sich bereits nach etwas seriösen umgesehen; Filmstar Charlotte sucht nämlich händeringend einen Beschützer. Papparazzi machen ihr das Leben zur Hölle und auch sonst hat die junge Frau große Probleme auf die Straße zu gehen.

Fazit:
Es gibt Filme, die scheinen nur für mich gemacht.
„London Boulevard“ ist so ein Streifen. Völlig untergegangen und von Kritikern sträflich schlecht gemacht, war ihm nur wenig Zeit im Kino vergönnt. Nichtsdestotrotz, es gibt ja noch die gute alte DVD.
„London Boulevard“ ist William Monahans Erstling und orientiert sich oberflächlich gesehen an den alten Guy Ritchie Filmen. Im Unterschied dazu hat Monahan jedoch ganz andere Untertöne, denn Gangster sein ist bei ihm alles andere als cool.
Protagonist Mitchell kommt nach drei Jahren endlich aus dem Knast und er will einfach nicht mehr in diesem Millieu arbeiten. Er nimmt zwar unwillig das Geld und eine Wohnung von seinem früheren Freund Billy an, macht jedoch immer wieder klar, dass er an dessen krummen Geschäften nicht beteiligt sein will. Doch Billy ist ein Vollhonk und drogenabhängig; er peilt es einfach nicht und bringt bei einer Schutzgelderpressung sich und Mitch in Gefahr und letztendlich ist es Mitch, der sich verteidigen muss. Leider ist nun der Obercheffe Gant auf dem Plan. Der sieht sich als Paten von London und hat sich in den Kopf gesetzt, dass Mitch nun ihm gehört und der für ihn arbeiten muss. Mitch verfolgt jedoch andere Pläne. Er sucht nach etwas seriösen und es scheint zunächst, dass er auch auf dem besten Weg ist. Durch einen Zufall vermittelt ihm eine Journalistin, der er geholfen hat ein Treffen mit dem britischen Superstar Charlotte. Die Schauspielerin ist eine Gefangene in ihrem eigenen Haus. Tag und Nacht belagern Papparazzi die Straßen und umliegenden Dächer ihres Hauses, was es ihr unter anderem unmöglich macht hinaus zu gehen.
Mitch sieht sich um, sagt aber, dass er es sich noch überlegt, ob er die Stelle animmt, hilft ihr aber in der ein oder anderen Situation und zuguterletzt verlieben sich die beiden auch noch ineinander.
Kühle Farben, coole Typen und präzise gesetzte Musik – William Monaham hat einfach ein gutes Timing.
Ob es die in sich zurückgezogene Charlotte ist, die schwarzlastige Bilder beim von alten Plattenspieler kommenden „
Subterranean Homesick Blues“ malt oder Mitch im Stripclub bei „Club Foot“ seinen Killer klarmacht, hier hat sich jemand Gedanken gemacht und mit Liebe inszeniert.
Monahan verpasst der Geschichte seinen Stempel und eine klare Aussage: Verbrechen ist nicht cool. Angefangen bei Protagonisten selbst, der nicht stolz auf seine Vergangenheit ist und ein ausgesprochenes Gerechtigkeitsgefühl hat, hilflosen Menschen ohne Frage zur Seite steht und sich auf keinen Fall wieder die Hände schmutzig machen will bis hin zur Schäbigkeit seines Exkumpels, der sich für einen gelackten Emporkömmling Gant nicht zu schade ist von unbescholtenden Mitbürgern Schutzgeld in den Hochhäusern der ärmsten Gegenden Londons einzukassieren.
Mitchell hat genug davon und versucht einen Schlussstrich zu ziehen. Er zögert auch den Job bei Schauspielerin Charlotte anzunehmen, denn im Grunde läuft es immer auf die selbe Sache hinaus: Gewalt. Letztendlich lehnt er die Stelle auch ab, auch wenn er Charlotte begleitet und ihr aus ganz anderen Gründen hilft.
Doch leider ist es für Mitch nicht so leicht Adieu zu sagen und so macht er den entscheidenen Fehler den „Boss“ gegen sich aufzubringen, in dem er nach einem Teenagertotschläger sucht, der einen guten Freund vom ihm getötet hat. Und so bringt ihn sein Vergeltungsproblem schnell wieder in den Strudel der Gewalt.
„London Boulevard“ hat darüber hinaus so viel zu bieten. Erinnerungen an „Blow Up“ werden wach – der Fuhrpark Charlottes, die leeren nur von Papparazzi „bewohnten“ Straßen am Holland Park, zwei verlorene Seelen, die ausbrechen wollen…Mitchs fahrt durch London oder seine Schwester, die sich recht sixtiesmäßig über Schönheit und Sex über Wasser hält, nie isst und auch sonst ein kleines mentales Problem hat.
Auch an der Besetzung „London Boulevard“s  ist absolut nichts auszusetzen, auch wenn Keira Knightly irgendwie langweilig ist, passt sie hier ganz gut. Colin Farell gewinnt im Alter, muss ich wirklich sagen, solche Rollen liegen ihm und da überzeugt er mich am meisten. Das Ray Winstone die coolste Sau GBs ist ist nun auch mal klar und nebenrollig Eddie Marsan als schmierigen Polizisten, Stephen Graham als Kleinganoven, Ben Chaplin als drogensüchtigen Exkumpel, die süße Anna Friel als Mitchs Schwester ganz entzückend oder David Twelis als persönlicher Assistent Charlottes perfekt und meine Empfehlung für ein etwaiges Catwaezle Remake.
Ich könnte noch unendlich weiterschwelgen, mache ich aber nicht und bin mir auch bewusst, dass ich mit meiner Meinung zum Film ziemlich alleine dastehe.
Für mich einer der Filme dieses Jahres.10 rabbit_animal_pink_smile

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p>USA / Großbritannien 2010 – Regie: William Monahan – Darsteller: Colin Farrell, Keira Knightley, David Thewlis, Ben Chaplin, Anna Friel, Ray Winstone, Eddie Marsan, Sanjeev Bhaskar, Stephen Graham, Ophelia Lovibond – FSK: ab 16 –Länge: 104 min.

15 thoughts on “GangsterSeinIstNichtCool”

  1. Hmm, wir beide liegen ja oft gleich. Wobei ich kut Guy Richie nicht viel anfangen kann, und nie konnte… Aber ich gebe dem Streifen mal ne Chance!
    Bin momentan ganz aufgeregt, was meine erste Blu-Ray werden soll! Wahrscheinlich Alien, denn da ist die DVD im Arsch :>

    (haste schon in Once Upon a Time reingeguckt?)

  2. Es läuft wohl auf Alien hinaus, denn den will ich mal wieder ansehen. Allerdings gibts den gar nicht mehr einzeln :> eigentlich Beschiss, daß DVDs nur gut 10 Jahre halten, da werden sich wohl von meinen ersten Käufen noch einige in nächster Zeit verabschieden, und dann bekommt man die Filme teils nicht mehr oder nur noch im Pack oder sonstwas 🙄
    Und die Lebensdauer von BluRays wird wohl ähnlich sein, also nichts was man wirklich den Rest des Lebens archivieren kann…

  3. *lach* okay, der ist scheinbar wirklich für dich gemacht. ich fand ihn ja auch gut, aber ganz so euphorisch war ich dann nicht, weil er für mich einfach so ein paar lose Enden hatte. aber ein weiterer film, in dem colin farrell pluspunkte bei mir sammeln konnte, ich werd irgendwann noch zum fan…

  4. Oh cool, den werd ich mir auch noch auf DVD zu Gemüte führen. Ist bei uns ebenfalls sehr schnell wieder aus den Kinos verschwunden und lief da leider nur auf Deutsch. Hab da schon bei Jane Eyre in den sauren Appel beißen müssen, aber zum Glück war der sehr anständig synchronisiert.

  5. Hey Cäptäin Cook!

    Vergiß die Alien-Blu-Ray!
    Kein echter Zugewinn, was Auflösung betrifft.
    Leg dir die Avatar-Blu-ray zu! Aktuell immer noch Referenz-HD!
    Damit sieht man wirklich, was Blu-ray bzw. Full-HD hergibt.
    Was die Lebensdauer von DVD’s / Blu-rays betrifft:
    Schädlich ist eigentlich nur UV-Strahlung.
    (Greift den Kunststoff an.) Solange Du die Scheiben in der Hülle
    aufbewahrst, sollte nix passieren. Ich hab DVD’s von ’99, die
    fehlerfrei ausgelesen werden. Anfälliger sind DVD-R Rohlinge.
    (Selbstgebrannte DVD’s) Anderes Datenträgermaterial.
    Das alles gilt auch für Blu-rays. Wobei die Schutzschicht über
    dem Datenträgermaterial weitaus härter ist, als wie bei DVD’s.
    Nachteil: Abstand zwischen Datenträger und Schutzschicht ist
    viel geringer, im Vergleich zu DVD’s. Heisst – Wenn da mal ein
    Kratzer drin ist (Blu-ray), lässt sich der nicht mehr ohne
    weiteres wegpolieren. Die Scheibe ist dann praktisch Schrott.
    Also – keine Panik! Bewahre deine DVD-Sammlung entsprechend auf.
    Nichts wird sich dann zersetzen oder „auflösen“.
    Hugh! – Der Mann vom Fach hat getextet..;-)

  6. Oh 10 Punkte. 🙂 Den wollte ich auch gucken, trotz tatsächlich vernichtender Kritiken. Aber, wie Du sagst, er war schneller aus dem Kino raus als er reinkam. Colin Farrell sehe ich aber gerne und der Soundtrack soll ganz gut sein. Wird wohl ne iTunes/DVD-Geschichte. 🙂

  7. Also das kann ich nicht glauben, dass DVDs nur 10 Jahre halten. Dann müsste ich ja einige hundert auf den Müll werfen. Das werde ich am Wochenende mal überprüfen. Ich hatte mal zwei CDs mit bunter Beschichtung, da hatte sich ein Pilz drauf gebildet, also sah schön aus, ging aber nicht mehr.

  8. Fand ich auch etwas strange, wobei er vermutlich durch die Kombination der CD mit der Film-DVD unter „frequently bought together“ in die Irre geführt wurde xD. Oder vielleicht war er ‚patient zero‘ und hat mit seinem uninformierten Kauf diese Anzeige erst ins virtuelle Leben gerufen? Hahaha ;D

  9. Da ich das Cover cool fand, aber 10 Punkte ganz weit vorne ist, habe ich jetzt nichts gelesen, nur die drei Buchstaben DVD gesucht 😉 Ich hoffe, den gibt es auch in meiner ollen Spelunke 🙂 Gleich mal morgen nachsehen ;D

  10. Na ja, ganz nett, aber doch ohne Höhepunkt (weder Action noch sonst wie) und die Kiera nervt (wie fast immer) Mit den 10 Punkten stehst du in dem Fall ohne mich da.
    Aber ja, ganz nett. Hätten man mehr daraus machen können

  11. Ich kann schon verstehen, dass man einen Film schon wegen eines Darstellers nicht so gut findet. Hier stört mich Keira nicht so, denn ich mag das Ensemble insgesamt wie ich den Film auch sehr britisch finde und das mag ich.

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