HerMajesty’sMostExpensivePrisoner

Bronson von Nicolas Winding Refn

BronsonInhalt:
Michael Peterson wollte schon immer berühmt werden, doch sein einziges Talent, sofern man es so bezeichnen kann, ist sich zu prügeln.
So schlägt er bereits in der Schule seine Mitschüler und macht auch nicht vor den Lehrern halt, in seinem ersten Job klaut er gleich die Kasse und mit 22 überfällt er für 27 Pfund Beute eine Post.
Der Bankraub bringt ihm satte 7 Jahre Haft doch werden daraus schließlich 14, weil Peterson immer wieder mit Gefangenen und den Wärtern aneinander gerät. Ein kurzer Aufenthalt in Freiheit, eine Liebe, die ihn nicht will und Bronson, so nennt sich Peterson mittlerweile, landet wieder im Knast. Aber es kommt schlimm für ihn, denn seine exzessiven Gewaltausbrüche mit dem Drang auch gerne mal eine Geisel zu nehmen, bringen ihn in die Irrenanstalt und mit erheblichen Mühen seinerseits in die psychiatrische Klinik für Gewaltverbrecher.
Letztendlich verbringt Bronson über dreißig Jahre in Einzelhaft und es ist nicht abzusehen, ob er das Gefängnis jemals verlassen wird.

Fazit:
Nachdem ich mich auf dem FFF 2009 erfolgreich gegen diesen Gefängnisfilm entschieden hatte, um mir dann stante pedes anzuhören wie gut er war, geriet er zugegebenermaßen immer wieder in Vergessenheit. Dann fragte ich vor zwei Wochen wer denn überhaupt Tom Hardy sei und wurde wiederum dezent auf diesen Film verwiesen und nun: da bin ich.
Ja gut, „Bronson“ ist alles andere als ein gewöhnlicher Gefängnisfilm. Niemand wurde hier ungerechtfertigt eingebuchtet, noch wirklich ungerecht behandelt, auch sieht man keinen irgendwie normalen Blick auf den Knastalltag, keine Romatisierung, keine Verklärung.
Michael Peterson arbeitete hart an seinem Image als Ikone gegen die Staatsmacht und seinem Ruf als gefährlichster Gefangener Great Britains. Berühmt sein um jeden Preis und wenn man sonst kein Talent hat, schlägt man eben zu und Peterson schlägt oft zu. Die Ohnmacht der staatlichen Seite hieß Einzelhaft bis hin zur Nervenheilanstalt in der er sediert wurde. Doch auch hier war Bronsons Wille zu rebellieren größer und brachte ihn erneut in Einzelunterbringung. Bronson war nur kurz in Freiheit und machte sich als Faustkämpfer und Schläger bei illegalen Fights einen Namen, wo er sich auch in Charles Bronson umbenannte.
Refn erklärt nichts, entschuldigt nichts. Er inszeniert Petersons Karriere als Farce, stellt seinen Protagonisten auf die Bühne, auf der er auch nicht wirklich viel zu sagen hat und zeigt, dass er mit sich zufrieden ist, so wie er ist. Nur ein Mal gesteht er einen Fehler: dass er sich ins die Irrenanstalt hat einliefern lassen und unter Medikamente gesetzt praktisch außer Funktion gesetzt wurde.
So überlässt uns Refn seinen Bildern und der Frage, was mit diesem Typen eigentlich los ist, fasziniert uns jedoch mit einem fantastischen Hauptdarsteller (Tom Hardy), beeindruckenden Bildkompositionen und perfekt ausgewählter Musik.
Trotz seiner Brutalität ist „Bronson“ somit ein durchaus künstlerisch (ich benutze dieses Adjektiv ungern, hier ist es aber positiv besetzt) sehenswertes Werk, das Vergleiche mit Kubriks frühen Arbeiten nicht scheuen muss.8_rabbit_animal_pink_cute

Die Bezeichnung Biopic ist auch hier relativ. Peterson war kein Einzelkind, sogar zweimal verheiratet, und benannte sich später in Charles Ali Ahmed um. Die Delikte, für die er im Gefängnis landete waren vergleichsweise harmlos, seine Geiselnamen berüchtigt.

BRONSON GROSSBRITANNIEN 2009 / 35 MM / 92 MIN / ENGLISCHE OV REGIE NICOLAS WINDING REFN DARSTELLER TOM HARDY / MATT KING / AMANDA BURTON / JAMES LANCE / HUGH ROSS / KELLY ADAMS DREHBUCH BROCK NORMAN BROCK / NICOLAS WINDING REFN PRODUZENT DANIEL HANSFORD / RUPERT PRESTONVERLEIH KINOWELT FILM ENTERTAINMENT

15 thoughts on “HerMajesty’sMostExpensivePrisoner”

  1. Ja, ein guter Film – und da haben wir 2 was gemeinsam 🙂 denn den wollte ich lange auch nicht sehen, obwohl er mir von allen Seiten aufgeschwatzt wurde. Manchmal sollte man sich auch was sagen lassen 😉

  2. ja, klasse film. ich kanns kaum erwarten bis winding refns „drive“ ins kino kommt, der typ hat echt sinn für bildsprache, ob damals bei pusher, bei bronson oder walhalla rising, insbesondere die bild/musik kombi ist immer irgendwie genial. auch bei walhalla, wo es ja etwas schwierig für die ohren war, aber zu dem gezeigten einfach perfekt passte. toller regisseur. und tom hardy, mann, ich hab den damals nicht wiedererkannt. der hat hier ne physische ausstrahlung wie mickey rourke in sin city, man glaubt, der kommt gleich aus der leinwand gerannt.

  3. „walhalla rising“ steht ja bei mir noch aus. ich kann mich nicht so recht überwinden, bin etwas ängstlich, ob ich das durchstehe :))
    ja tom hardy ist schon *rrrr* auch wenn er nun nicht sooo doll ausgestattet ist *lach*
    stimmt er hat ne tolle leinwandpräsenz.

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