DiePosaunenDesJüngstenGerichts

Red State von Kevin Smith

redstateInhalt:
Nichts interessiert den durchschnittlichen pubertierenden Jungmann mehr als Sex und nichts macht es den drei Freunden Jarod, Travis und Billy-Ray so einfach an eine willige Frau zu kommen wie das Internet. So setzten sich die Jungen in Papas Auto und fahren nach Five Point wo die Bewerberin für den Gangbang wartet. Leider sind die Drei etwas zu leichtgläubig und stolpern unversehens in eine Falle Pastor Abin Coopers und seiner Sekte der ultrakonservativen Five Points Trinity Church. Cooper zitiert ausgewählt aus der Bibel, hasst Schwule und unreinen Sex sowieso und ist verantwortlich für die Ermordung etlicher Homosexueller im Landkreis. Schlechte Karten also für die, die hier nicht zum Beten gelandet sind. Und die Chance zu überleben erhöhen sich auch nicht gerade als eine Spezialeinheit zusammengerufen wird, die Sekte endlich hops zu nehmen und keine Gefangenen zu machen.

Fazit:
So, da ist er nun außerhalb New Jerseys und lässt es krachen. Kevin Smith wagt sich vor ins Horrorgenre und auch wieder nicht. Unbestritten ist „Red State“ ein böser Film, ein guter böser Film sogar, dennoch schwankt er irgendwie zwischen Sektenhorror und Satire. So kann man den Streifen in zwei Teile reißen: zu Beginn geraten drei Teenager, die nicht Herr ihrere Hormone sind und es hätten besser wissen müssen völlig hirnverbrannterweise in eine Sexfalle und werden von einem wahnsinnigen Sektenführer und seinen Anhängern gefangengenommen, um gerichtet zu werden. Der Horror besteht hier gar nicht mal in der Tatsache, dass sie wahrscheinlich in Plastikfolie verpackt angezündet werden, sondern in der unglaublichen Predigt Pastor Coopers und dem Feedback seiner Jünger. Michael Parks agiert als Leithammel dabei so beängstigend ruhig und eindringlich, dass einem fast ein Hallejulia und Amen aus dem Mund entfleucht, wären da nicht seine menschenverachtenen Eingebungen.
Auf der anderen Seite haben wir die Spezialeinheit und ihren Leiter Keenan, verkörpert vom etwas abgemagerten John Goodman, die vom direkten Vorgesetzten den ungeheuerlichen Einsatzbefehl bekommt, die Sekte dem Erdboden gleich zu machen ohne Chance auf Gefangene.
Was folgt ist die Explosion eines schwarzhumorigen Blutbades, das nur durch die Posaunen der Engel der Vernichtung zu Ende gebracht werden kann und meine Zerrissenheit, ob das nun wirklich gut war oder ich einfach nur dem Blutrausch erlegen bin, im Raum stehen ließ.
Im Nachhinein muss ich sagen, dass mich einige Passagen des Filmes erheblich störten, leider waren die allesamt mit John Goodman und seinem unsichtbaren Vorgesetzten am Telefon. 8_rabbit_animal_pink_cute
Man kann „Red State“ als gelungenen satirischen Sektendramahorror bezeichnen, der Schwächen hat wie jeder Smith-Film, aber wenn man den Dialogen lauscht sich an der Konsequenz ergötzt wie Kevin Smith so gar keine Gefangenen macht und dabei so überhaupt keine Geigen oder Klaviere im Hintergrund dudeln, hat man absolut seinen Spaß.

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p>Red State USA 2011 97 Min Regie Kevin Smith Darsteller: John Goodman, Melissa Leo, Michael Parks, Drehbuch Bevin Smith Produktion: Jonathan Gordon Verleih: Planet Media

5 thoughts on “DiePosaunenDesJüngstenGerichts”

  1. Wäh, hier „unten“ ist es auch viel zu heiß und schwül, was sich in den nächsten Tag zum Glück ändern soll. Nein, nein, nein, ich will meine letzten Tage nicht in sengender Hitze verbringen. Muahaha xD

  2. Ich bin nun kein großer Fan von Kevin Smiths Filmen (ganz schlimm bei mir immer noch „Dogma“). Aber bei dem Film überlege ich auch schon länger, ob ich ihn gucken möchte. 8 Punkte sprechen ja dafür. Vielleicht sollte sich Kevin Smith an dem, wie Du sagst, abgemagerten John Goodman ein Beispiel nehmen, dann braucht er auch nicht mehr zwei Sitzplätze im Flugzeug zu kaufen… :))

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