DasAttentat

22nd Of May von Koen Mortier

22ndOfMayInhalt:
Für den alleinstehenden Wachmann Sam geht an diesem 22. Mai alles seinen gewohnten eintönigen Gang. Aufstehen, Kippe an, Zähne putzen, Brote schmieren und auf zur Arbeit. Auch hier nichts neues. Und so steht er wie immer am Eingang, als die Bombe hochgeht. Es reißt ihn zu Boden, Staub, Schmerzen, Tinitus, doch Sam rappelt sich hoch, holt Verletzte aus dem Chaos, bis er durchdreht und unter Schock losrennt. Er rennt und rennt und bricht in einer Nebenstraße zusammen. Und dann kommen die Toten. Sie haben Fragen, erzählen ihre Geschichten. Sam mittendrin. Was ist Wirklich was Fantasie?

Fazit:
„22nd Of May“ ist ein langsamer Film. Langsam und aufreibend zugleich. Ein Bombenanschlag reißt viele Menschen aus dem Leben und der Wachmann Sam stand am Eingang, kam mit dem Leben davon, versucht zu retten was zu retten ist und verzweifelt. Er fühlt sich schuldig. Die Menschen, die er zuletzt ins Center hat gehen sehen, erscheinen ihm nach und nach. Schnell wird klar, sie sind alle Tod, doch sie erzählen Sam ihre Geschichte. Sam macht sich Vorwürfe. Warum hat er das Attentat nicht verhindert? Hätte er das Drama sehen kommen müssen? Vision und Wirklichkeit verschwimmen und Sam durchlebt den Anschlag immer wieder, will eingreifen und kann es nicht.
Ja, Mortier hat die Langsamkeit erfunden und ja, trotzdem ist ihm ein großartiger Film gelungen. Zugegeben, ich war froh, als er vorbei war, aber er wirkt nach. In eindringlichen Bildern schildert Mortier die Anatomie eines Bombenanschlags in einem Einkaufscenter. Er nimmt sich einige Personen heraus, die der Wachman Sam zuletzt gesehen hat und erzählt die Katastrophe aus verschiedenen Perspektiven. Dabei geben die Geister so einiges Privates von sich Preis. Vom eigentlich widerlichen Stalker, der einer Ladenbesitzerin nachstellt und sich in der Kabine ihres Geschäftes einen runterholt, bis hin zum Attentäter selbst, für den Ort und Zeit reiner Zufall waren. 
Mittendrin Sam, der sich alles ruhig anhört, die Schuld bei sich sucht und intervenieren will, aber feststellt, dass man die Vergangenheit nicht ändern kann. Keine zweite Chance. Doch hängt alles zusammen, nichts passiert ohne Motiv.
Nicht zuletzt sehen wir eine imposante slowmo Bombenexplosion, schon dafür lohnt es sich den Film zu sehen (ich weiß, ich bin ein Feuerteufel).
Doch doch, Koen Mortier kann es. „22nd Of May“ zeigt wieder, dass der Flame gutes Kino machen kann und dabei einen ganz eigenen Stil abseits des Mainstream bewahrt. Ein optisch geniales Werk mit einer bewegenen Geschichte.
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22 MEI SELECTED FEATURES BELGIEN 2010 / DCP / 88 MIN / NIEDERLÄNDISCHE OMEU REGIE KOEN MORTIER DARSTELLER WIM WILLAERT / SAM LOUWYCK / FRANÇOIS BEUKELAERS / TITUS DE VOOGDT / JAN HAMMENECKER DREHBUCH KOEN MORTIER PRODUZENT EURYDICE GYSEL / KOEN MORTIER VERLEIH DONAU FILM

7 thoughts on “DasAttentat”

  1. *lach* okay, na dann 🙂
    den schauspieler fand ich aber auch sehr gut. von dem würde ich gerne mehr sehen. schade, dass man hier so wenig filme aus den anderen europäischen ländern zu sehen bekommt in den kinos, ist doch alles sehr usa/uk/frankreich lastig, wenigstens die skandinavischen sachen kommen jetzt mehr und mehr ins kino.

  2. Ich fand den Film sehr interessant gemacht. Ungewöhnliche Art sich an das Thema zu wagen, die bei mich aber noch Tage später beschäftigt (und das trotz des immensen Filmbombardements momentan xD). Noch bedrückender als die Frage nach Mitschuld und Tätermotiven fand ich, darüber nachzudenken, was man bei so einem extremen Einschnitt selbst noch für offene zwischenmenschliche Baustellen hätte. Wem müsste man noch etwas Wichtiges sagen oder verzeihen oder um Verzeihung bitten, um inneren Frieden finden zu können? Was man in der Situation dann natürlich nicht mehr kann… Wäh, wo ist meine Heuldecke? *geht weiter suchen*

  3. Na jetzt tauchst Du aber tief ein :))
    Lebe immer nach dem Motto: lass alles raus, besonders gegenüber Deinen Liebsten. Es gibt nichts schlimmeres wenn jemand gestorben ist, dass etwas unausgesprochen im Raum steht.

  4. Uh Gott, du, da müsste ich direkt ne Weltreise starten. Ich bin ja schon froh, dass ich es nach Berlin geschafft habe, um meine liebsten Blogkolleginnen live zu erleben, bevor das Ende naht xD.

SagWas!