AufsteigendeHitze

Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen von Tsui Hark

DetectiveDeeInhalt:
Im Jahre 690 n. Chr. steht China kurz davor Wu Zetian zur ersten und einzigen Kaiserin in der Geschichte des Landes zu krönen, doch es gibt mächtige und weniger mächtige Aufrührer, die gegen die künftige Kaiserin sind. Wu Zetian ist eine umstrittene Frau, wird sie doch verdächtigt den Kaiser vergiftet zu haben und jeden, der ihr im Weg steht zu eliminieren. Einer dieser Aufrührer, den sie gnädigerweise nur ins Gefängnis steckte, ist Di Renjie, ein ehemaliger Ermittler des Verwaltungsrates. Als in der Endphase des Baus der großen Buddhastatue, die zur Krönungszeremonie fertiggestellt werden muss, auf einmal wichtige Persönlichkeiten spontan selbstverbrennen, befielt Wu Zetian ihrer Vertrauten Shangguan Jing’er Di Renjie freizulassen, mit der Untersuchung des Falles zu beauftragen und ihm zur Seite zu stehen.
Di Renjies Ermittlungen stehen jedoch von Beginn an unter einen schlechten Stern, denn man trachtet ihm und Shangguan Jing’er, nach dem Leben. Keine leichtes Spiel für Detective Dee.

Fazit:
„Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen“ ist ein reines CGI-Spektakel, dennoch in großen Teilen ein Augenschmaus. Der Mysterythriller, der mit wahren historischen Personen arbeitet und den Mytos der einzigen chinesischen Kaiserin aufgreift, zeigt zwar viel Computeranimation, aber auch wunderschönen Kulissen, MakeUp und Kostüme. Davon abgesehen sind die Hauptrollen fantastisch besetzt. Den Ermittler Di Renjie spilet Andy Lau, die Kaiserin Wu Zetian wird wunderbar von Carina Lau, Shangguan Jing’er von Li Bingbing und der Albinoermittler von Deng Chao verkörpert.
Neben Schwert und Pfeilen kämpfen die Protagonisten auch mit der Peitsche, werden natürlich gerne an den (leider) obligatorischen Seilen gezogen, was aber diesen altertümlichen King Hu Pekingopercharme hat, sind entweder wunderschön in prächtigen Gewändern oder dreckig und abgerissen zurechtgemacht, Arm und Reich stehen im Kontrast, man bekommt einen Hauch Einblick in die komplizierten Strukturen des chinesischen Machtapparates, aber gut und böse verschwimmen. Letzendlich siegt einer, aber eine richtige Seite gibt es nicht, wirkliche Gerechtigkeit auch nicht.
Etwas nachdenklich stimmt er dann schon, dramatisch ist er natürlich auch und wieder so aufopferungsvoll.
Hach ja, so muss gute Fantasy sein: bunt, unrealistsisch, schmachtig und spannend, gern auch verwirrend.
Insgesamt macht Detective Dee wirklich Spaß, sofern man die chinesischen Flatterfilme mag und lohnt einen Blick und wenn es nur für Carina Lau und ihre irren Kostüme ist.8_rabbit_animal_pink_cute
Angenehm überrascht war ich außerdem über die doch sehr liebevolle Synchronisation.

<

p>Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen ( 狄仁傑之通天帝國 ) , China Hong Kong 2010 , BluRay Darsteller: Andy Lau, Carina Lau, Bingbing Li, Ka Ling  Regisseur(e): Tsui Hark  Format: Widescreen Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Mandarin (DTS-HD 5.1) Untertitel: Deutsch Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1 FSK: Freigegeben ab 12 Jahren Studio: Koch Media GmbH – DVD  Erscheinungstermin: 29. April 2011 Produktionsjahr: 2010 Spieldauer: 124 Minuten

14 thoughts on “AufsteigendeHitze”

  1. Fand den Film nicht gut: Einerseits fantastische Abenteuerunterhaltung voller wilder Action und kurioser Ideen, andererseits über produziertes Entertainment mit löchrigen Script, Längen und fragwürdiger politischer Aussage.

  2. Echt? So löchrig fand ich das Script nicht, aber gut verworrene Geschichten sind auch meine Spezialität. Ich fand die Geschichte recht schlüssig und wo er Längen hatte – keine Ahnung – ick war die janze Zeit mächtig gespannt.
    Fragwürdige politische Aussage?

  3. Fragwürdige politische Aussage?
    Ich meine den Schlussdialog: Das pathetische Gefasel des reumütigen Rebellen (der immerhin von der Kaiserin gefoltert und ins Gefängnis geworfen wurde) über das gute, alte chinesische Kaiserreich, was von einer absolutistischen, moralisch richtig handelnden Kaiserin mit starker Hand geführt werden soll. Wahrscheinlich ist der Film nur so durch die chinesische Zensur durch gekommen…

  4. Hatte ich nicht so verstanden, weder, dass Di Renjie reumütig war noch die Kaiserin gelobt hat, schließlich hat er ihr ja seine Meinung ins Gesicht gesagt und dass er sicher ist, dass sie fortan weise regiert. Ich kenne keinen Wuxia oder chinesischen Fantasyfilm dieser Art, der für Demokratie eingetreten wäre, im Gegenteil, meist soll nur ein korrupter Herrscher gegen einen anderen weniger bestechlichen und ungerechten ersetzt werden. Es passt auch überhaupt nicht in die Zeit, in der diese Filme spielen, anders zu denken, schon gar nicht als Staatsbediensteter.

  5. Hm, ich glaube dann ist Wuxia od. Ähnliches nicht mein Genre. Zu viel romantisierendes und idealisierendes Vergangenheitsbild. Hab immer den Eindruck das in dem Genre komplexe (politische) Themen mit einfachen, fragwürdigen Lösungen beantwortet werden. Grundsätzlich habe ich Probleme damit, wenn nach der starken, weisen Hand (Sonnengott)gerufen wird.

  6. Kann ich teilweise nachvollziehen.
    Ich habe aber auch genug Abstand, als dass ich das romantisieren oder als Idealbild ansehen würde, im Gegenteil, in den guten Filmen wird viel kritisiert und meist darauf hingewiesen, das Geduld und überlegtes Handeln und eben nicht die Gewalt Befreiung bringt.
    Andererseits kann ich auch ganz gut loslassen und gelegentlich einen Fantasyfilm (oder auch -buch) als solchen (-es) annehmen ohne nach unterschwelligen Botschaften oder verqueren Weltbildern zu suchen.

  7. Die Rezi ist ganz offensichtlich total an mir vorbeigegangen. Klingt echt gut, wobei, glaube ich, Kino in dem Fall noch die bessere Wahl wäre. Die Bilder auf der großen Leinwand waren schon imposant. Ehrlich gesagt hat der Film einen so doofen Titel, bei dem ich ohne die Bilder einfach automatisch abschalte… :))

SagWas!