AllesFürGott

Priest 3D von Scott Stewart

PriestInhalt:
In einer Welt, in der die Menschen zeitlebens gegen die Vampire Krieg führten und fast verloren, hatte die Kirche eine effektive Waffe gefunden: die Priester. Elitesoldaten, die mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet, im Namen der Kirche die Vampire in ihre Schranken wiesen. Sie zerstörten die Vampirstöcke und kasanierten die restlichen Vampire in Reservaten. Die Menschen selbst zogen sich in die Megastädte zurück, die von der Kirche beherrscht und regiert werden.
Viele Jahre sind vergangen und die Menschen haben die Vampire fast vergessen, die Priester haben keine Aufgaben mehr und müssen um einfache Arbeit betteln. Doch die Ruhe täuscht, denn vor der Stadt, mitten in der atomar verseuchten Wüste lebt eine Farmerfamilie, die des nachts heimgesucht wird, von Vamipren. Die Mutter wird getötet, die Tochter entführt und der Vater schwer verletzt. Sie sind die Familie des Priesters, dem besten den die Kirche hatte und der kann die Sache nicht auf sich beruhen lassen und macht sich gegen die ausdrückliche Anordnung der geistlichen Führer auf, um der Sache auf den Grund zu gehen.


Fazit:
Sicher ist es auch hier wie in vielen Comicverfilmungen, kein Nachteil, wenn man die Vorlage nicht kennt, denn machen wir uns nichts vor, viel mit Hyung Min-woos gleichnamigen Manhwa hat der Film nicht gemein.
„Priest“ ist also grob an seinen gezeichneten Namensvetter angelehnt, voller visueller und inhaltlicher „Anleihen“ – ob aus „Blade Runner“ , „Judge Dredd“ oder dem klasssischen Italowestern; die Figuren werden nur recht oberflächlich vorgestellt, das 3D wurde nachträglich aufgesetzt und eigentlich sieht alles sehr künstlich aus und ist auch effektmäßig überladen. Auch merkt man dem Streifen an, dass er total „kindgerecht“ gemacht wurde, viel Blut  fließt nicht und in einigen Szenen fühlt man sich um den ein oder anderen Splatter betrogen. Ganz zu schweigen vom für meinen Geschmack viel zu frühen Ende nach nur 88 Minuten.
Trotz dieser unbestritten großen Nachteile und einem Regisseur, der meinen Geschmack bereits mit „Legion“ beleidigte, ungeachtet des selben Hauptdarstellers, hat mir „Priest“ gefallen.
Zum einen mochte ich die Schauspieler einfach gut leiden; lauter Gesichter, die einfach in die Story und die Umgebung passten. Neben Paul Bettany als Priester sehen wir Cam Gigandet als Sheriff Hicks (und der macht seine Sache wirklich gut), Stephen Moyer als Owen Pace, Priests Bruder, Lily Collins als entführte Tochter, Christopher Plummer überzeugend als Monsignore Orelas, immer gern gesehen und nie enttäuschend Brad Dourif als fliegender Händler (ja er wird seinem Schicksal nicht entgehen), die bezaubernde Maggie Q als Priesterin und Karl Urban als, äh böses Unding ^.^
Im Gegensatzt zu „Legion“ ist „Priest“ jedoch nicht so peinlich. Auch wenn das religiöse Thema wieder vorrangig ist, kann man mit den knappen Dialogen leben, ohne die Jacke vors Gesicht halten zu müssen. Auch fand ich die Vermischung von Endzeit-Science Fiction und Western ganz gelungen, egal ob neu oder nicht, es muss doch schließlich gefallen. Und was das optische angeht – ja er ist echt nur CGI, aber dadurch wieder recht comichaft und sieht an vielen Stellen mehr wie ein Zeichentrick- oder Animationsfilm aus, was ich ebenfalls gut fand.
Gewöhnungsbedürftig sind sicherlich die Vampire, die entgegen unserer Prägung mehr wie Nacktmulle ganz ohne Augen aussehen und in großen Vampirstöcken leben, wo sie von einer Königin „gelegt“ werden. Abgestempelt zu echten Ungeziefer also, was die gnadenlose Tötung und „humane“ Unterbringung in Reservaten total rechtfertigt.
Wobei ich mich immer Frage, von was die Vampire leben wollen, trügen sie den Sieg davon.
Wenigstens sind die Blutsauger flink, sehr flink, aber die Priester wissen zu kämpfen und das sieht im Großen und Ganzen recht gut aus.
Ok die Story ist simpel: die Superpriester wurden von den religiösen Führern kaltgestellt, die Existenz von Vampiren wird offiziell abgestritten. Menschen, die außerhalb der Megastätte und der christlichen Dikatur leben, sind praktisch Ketzer und müssen von der Hand in den Mund leben. Dann sind die Vampire los, der Priester wiedersetzt sich, verlässt die Stadt und sucht nach seiner entführten Nichte, die zweifelsohne ein Köder ist, um besagten Priester anzulocken. Natürlich nicht ohne Sinn und Verstand, aber zu viel will ich auch nicht verraten. Die Vampire sind hässlich und schleimig, aber schnell, sie töten oder infizieren die Menschen, wobei letzteres zum sofortigen Haarausfall führt und recht unansehnlich macht. Diese Infizierten dürfen dann als Sklaven dienen.
Natürlich wollen die Vampire wieder die Weltherrschaft erlangen, wobei nach den endlosen Kriegen nicht viel von der Erde übrig ist, außer der riesigen Festungsstädte und radioaktiv verseuchtem Land.
Ja, der Film hatte potential für mehr, Stewart hat für seine Verhältnisse aber sein bestes gegeben (was nicht unbedingt was heißt) und er ist sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte, nichtsdestotrotz hat er mir zugesagt. Gefühlt würde ich ihn qualitativ zu „Spawn“ und „God’s Army“ einreihen, die auch Trash sind, die ich aber auch liebe. Mensch – das war ne schwere Geburt…
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p>USA 2010 – Regie: Scott Stewart – Darsteller: Paul Bettany, Cam Gigandet, Maggie Q, Karl Urban, Lily Collins, Stephen Moyer, Mädchen Amick, Christopher Plummer, Brad Dourif, Alan Dale – FSK: ab 16, nicht feiertagsfrei – Länge: 88 min.

24 thoughts on “AllesFürGott”

  1. nun gut, den 3D-Effekt (-Aufpreis) hab ich nun nicht mit einkalkuliert (habe die Matted-Version geschaut im Pantoffelkino) 😉
    Ich fand übrigens auch die Bikes ganz interessant.
    Aber, wie gesagt, schlecht fand ich den Film nicht wirklich.
    BTW: Vampire wie sie sein müssen: böse ^^

  2. Ich war die Tage auch beinahe dabei, in den Film zu gehen. Das religiöse Thema hat mich dann aber davon abgehalten und dann sind mir schlechte Bewertungen über den Weg gelaufen… 7 Punkte ist ja eigentlich recht okay. Cam Gigandet hat was und Paul Bettany möchte ich auch mal wieder sehen…:)

  3. Klingt ja ganz so, als würde „Priest“ seinem Trailer gerecht werden 🙂
    Da mir ja auch „Legion“ bereits gefallen hat, nervt es mich umso mehr, dass mein Kino mal wieder dezent versagt hat und ich nun noch etwas länger auf den Priester warten muss.

  4. also das klingt erstaunlich positiv. nach meiner legion-pleite im letzten jahr, hab ich mich in diesen film nicht mehr „getraut“, und jetzt läuft er irgendwie überall nur noch in der spätvorstellung. insofern muss ich jetzt wohl auf die dvd warten.

  5. mal wieder erstaunlich wie kurz hier bestimmte filme im „normalen“ programm laufen. mich stresst das auch total, dass nach ein, zwei wochen alles in der nachtvorstellung landet. ich weiß nicht wie sowas auf dvd kommt. ich habe vorgestern nochmals „the fall“ auf dvd gesehen und war wirklich froh, dass ich ihn noch im kino erwischt hatte 😀

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