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Ein Buch Namens Zimbo von Max Goldt

ein_buch_namens_zimboInhalt:
„Ein Buch Namens Zimbo“ ist eine eine Sammlung von Texten Max Goldts von 2006 bis 2009, in denen sich der in Berlin lebende Autor über die Faszination von Cafes auf Friedhöfen, deutschen Spezialitäten wie öffentlichen Debatten, was ist Glück, Abhandlungen über Sodbrennen, die Verwendung von Paradoxen im allgemeinen Sprachgebrauch, Flüssigkeiten und andere Pasten, Blandine Ebinger, London, Exklusives, Geheimnisse der Tastatur, Vorteile der diagonalen Umhängetasche, sein liebstes Chinarestaurant und vieles mehr wortgewandt äußert.

Fazit:
Manchmal kommt man zu einem Buch wie die Jungfrau zum Kinde und so Griff ich aufgrund wirrer geistiger Verknüpfungen, die ich jetzt nur noch schwer nachvollziehen kann, die aber etwas mit „Goulds Buch der Fische“, das ich vor vielen Jahren las, zu tun hatten, zu Max Goldts „Ein Buch Namens Zimbo“.
Der Titel hat gar nichts mit dem Inhalt zu tun, aber das will ich dem Kleist-Preis-Träger von 2008 gerne nachsehen.
Aber das ist alles ganz egal, erst recht, wenn man feststellt, dass einem die Ausschweifungen des Autoren wirklich gut gefallen und man sich in vielen Texten gemeinsam mit ihm, obgleich er wenige Jahre älter ist als ich, an „alte“ Westberliner Zeiten zurück erinnern kann. Nicht dass ich den sowjetisch besetzten Zonen hinterhertrauere, aber es gibt nur wenige, die das Berlin so kannten und ähnlich wahrgenommen haben wie ich selbst und da kommt mir Herr Goldt ganz recht.
Nein er schwelgt nicht über die Geborgenheit, die die Mauer dem Westberliner vorgaukelte, jedoch gibt es hier und da Orte und Begebenheiten, an die ich mich gerne erinnert sehe.
Ich möchte mich auch nicht weiter in Details  zu den zahlreichen Texten dieses amüsanten und kurzweiligen 208 Seiten kurzen Werkes ergehen, kann aber ruhigen Gewissens meine unbedingte Empfehlung aussprechen, denn selten habe ich Alltagsbeobachtungen so eloquent formuliert auf einem Haufen gelesen. Großartig, macht Lust auf mehr.10 rabbit_animal_pink_smile

Über die Geschlechtszugehörigkeit der grabenden, etwa sechzigjährigen, großen und kräftigen Person war ich mir durchaus unsicher; zwar hatte sie auf dem Kopf nichts als einen schütteren Altherrenhaarkranz, doch gebot sie auch über ein Paar üppiger Brüste. Man mag – und sollte sogar! – einwenden, daß es vollkommen unangebracht ist, sich über die
Brüste von Friedhofsbesuchern zu äußern. Diese Auffassung teile ich uneingeschränkt. Man muß mir glauben, daß ich nicht zu den Leuten gehöre, die auf Friedhöfe gehen, um sich erotische Anregungen zu verschaffen. Dennoch war es in dieser speziellen Situation fast unmöglich, das Körperliche unbemerkt zu lassen, denn die Person, ich nenne sie von nun an einfach Frau, war mit nichts als einem knielangen Jeansrock bekleidet. Jeansjacke, Bluse und BH hatte sie recht ordentlich auf dem Grabstein der von ihr beackerten Parzelle abgelegt.

Max Goldt Ein Buch namens Zimbo Sie werden kaum ertragen, was Ihnen mitgeteilt wird. Texte 2007-2008, einer von 2006, vier von 2009 Zitiere nie Max Goldt zum Scherz, denn er fühlt wie du den Schmerz. Karlo Tobler Rowohlt Berlin Hardcover, 208 S. 18.09.2009 17,90 € 978-3-87134-665-1

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