DieAnthropophagenHatz

Der Monstrumologe von Rick Yancey

DerMontstrumologeInhalt:
Wir schreiben das Jahr 1888, der 12jährige Waisenjunge Will Henry wurde praktisch über Nacht zum persönlichen Assistenten des eigenwilligen Dr. Warthrop, denn seine Eltern kamen bei einem Brand ums Leben und weil Wills Vater die Assistentenstelle bei Warthrop inne hatte, nahm dieser den Jungen nach dem Drama auf. Doch Dr. Warthrops Spezialgebiet ist alles andere als gewöhnlich und kindertauglich ist es eigentlich auch nicht, er ist Monstrumologe. Er studiert Monster, im Besonderen Anthropophagen, die er nötigenfalls auch jagd und das wird schon sehr bald eintreten, denn eines Abends bringt ein Grabräuber eine sehr seltsame „Beute“ in Warthrops Haus.

Fazit:
„Der Monstrumologe“ macht es einem nicht ganz leicht ihn zu mögen. Er kommt zwar oberflächlich betrachtet wie ein Jugendroman daher, ist aber aufgrund seiner Thematik und nicht zuletzt wegen seiner detailverliebten Beschreibungen, alles andere als die geeignete Bettlektüre für einen Heranwachsenen.
Yancey beginnt seinen Roman mit einem Prolog, der 2007 beginnt und in dem er, der Schriftsteller von einem befreundeten Direktor eines Altenheims zu sich bestellt wird. Er überlässt ihm die Tagebücher eines kürzlich verstorbenen Klienten, der nach seinen Unterlagen 131 Jahre alt gewesen sein müsste. Yancey fängt mit dem ersten Buch an und wir begeben uns ins Jahr 1888, als der Verfasser Will Henry gearde mal zarte 12 Jahre alt ist. Er wurde gerade zur Vollwaisen und vom Arbeitgeber seines Vaters aufgenommen. Dies natürlich nicht ganz uneigennützig, denn Will Henry wird zu seinem Assistenten, was für den Jungen heißt: 24 Stunden auf Abruf bereit zu stehen, den Doktor und das Haus zu versorgen und ihm bei seinen Studien zur Hand zu gehen. Eine große Herausforderung für so einen kleinen Jungen, besonders da Dr. Warthrop der führende Spezialist für die Monsterkunde ist. Bislang hatte Will nur über die Wesen gehört und gelesen, doch eines schönen Abends steht ein befreundeter Grabräuber vor der Hintertür und bringt dem Doktor eine Kinderleiche, an der ein echtes Monster klebt. Zum Glück ist es tod, doch ist der Fund der scheinbar harmlose Anfang einer echten „ökologischen Katastrophe“, denn wo ein Anthropophage ist, sind vermutlich noch mehr. Und richtig, als die drei auf Erkundungtour auf den örtlichen Friedhof gehen, prallt die gesammelte Gier eines Anthropophagenclans auf sie ein und frisst den Grabräuber. Doch statt schnell die Behörden zu informieren, zögert Warthrop – verhängnisvoll, denn nun schlagen die Monster erst richtig zu.
Drei Bände von Will Henrys Tagebüchern wird Yancey „lesen“ und natürlich zu dem Schluss kommen, dass alles frei erfunden ist – oder etwa nicht?
Wie gesagt, ich hatte zunächst so meine Probleme mit dem Roman. Eine leicht verstaubte Geschichte über Monster? Irgendwie kirmesmäßig. Aber dann fing ich doch an den Protagonisten Will Henry, das zarte Bürschlein, gern zu mögen. Tapfer hält er es bei dem verschrobenen Warthrop aus, arbeitet bis zum Umfallen und überwindet die selbst ekeligsten Situationen.
Da hat Yancey wirklich was los, einmal ist mir im Bus tatsächlich schlecht geworden und eine bestimmte Szene sorgt auch jetzt noch für einen Würgereiz. Vielleicht werde ich einfach zu dünnhäutig 😉
Insgesamt und abschließend gefiel mir das Buch dann aber gut.
Für ein Lübbe Buch ist das Ding im Übrigen wirklich toll aufgemacht. Ein wunderschöes Cover mit integriertem Lesezeichen und netten Illustrationen, dafür auch nicht ganz billig für ein Taschenbuch und durch das harte Cover unterwegs schwer zu hantieren.
Nichtsdestotrotz sage ich: empfehlenswert.
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p>Der Monstrumologe – „The Monstrumologist“, Rick Yancey, , 2009, Bastei Lübbe Hardcover, 411 Seiten Ersterscheinung: 25.09.2010 ISBN: 978-3-7857-6040-6 Preis: €14,99

15 thoughts on “DieAnthropophagenHatz”

  1. Pah, ich hab die Buchhändlerin meines Vertrauens angerufen und die hat mir das in Englisch bestellt, Und weisste was? Öde! Ö-D-E!
    Die tolle Aufmachung samt Illustrationen hat man wohl nur in der deutschen Ausgabe. Wer denkt denn an sowas, wo gerade in Deutschland meist weniger fürs Geld geboten wird????

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