DieTürImWaldboden

Garstige Gnome von Royce Buckingham

GartsigeGnomeInhalt:
Sam lebt im verschlafenen Grenzstädtchen Sumas und hat den Knast für seine zarten 12 schon recht häufig von drinnen betrachtet. Nur „kleine“ Sachen wie diesmal der Klau von ein paar Feuerwerkskörpern, aber immerhin. Doch heute soll der Tag nicht in der üblichen Tracht Prügel vom Vater enden, denn der Sohn vom Sheriff ist in the Town; PJ, 19 Jahre und – sagen wir rebellisch. Da ist es nicht verwunderlich, dass die beiden Jungs auf einmal im geklauten geborgten Polizeiwagen des Vaters sitzen und eine Spritztour an einen Grenzposten machen, von dem aus Alarm geschlagen wurde. Viele Gauner bringen Nachts Zollgut über die Grenze und reisen am nächsten Tag ohne Wertsachen legal ein – so geht das Gerücht. Und da ein kleines Zubrot für zwei Teenager immer ganz ok ist, fahren die beiden Jungs flugs zu Sensor. Doch was ihnen dort im Wald vor die Motorhaube läuft hat so gar nix mit Reichtum und Schmugglerromantik zu tun. Vielmehr ist es haarig, groß, kräftig und ziemlich garstig. Ehe sie sich versehen, werden Sam und PJ in einen langwährenden Krieg involviert – doch sie halten sich wacker…

Fazit:
Mit „Garstige Gnome“ erschien nunmehr das dritte Buch Royce Buckinghams auf dem Markt. Vom Cover und Betitelung her die gleiche Machart seiner Vorgänger, jedoch handelt es sich um keine Fortsetzung der Dämonenwächterromane.
Wie mir die Buchhändlerin meines Vertrauens erzählte, stand dieser Roman anfänglich sogar auf dem Index, also ab 16 Jahre, was uns beide doch recht verwunderte, denn es handelt sich um einen waschechten Jugendroman. Zwar gehen hier alle recht ruppig zur Sache, aber wir haben keinen Sex (ein Glück) und keine Gewaltverherrlichung (äh, gegen Menschen).
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Jungs, der eine erst 12 und am Beginn der Pubertät, der andere bereits 19, aber zeitweise auch nicht reifer. Zwei Rebellen, die sich auf ihre Art gegen den Vater auflehnen. Während der eine klaut, hört der andere einfach nicht zu und muffelt die ganze Zeit rum. Als die beiden in der Sheriffstation als Gefangener und Sheriffsohn aufeinandertreffen, freunden sie sich schon gleich an, obwohl sie es noch nicht wissen. Ein Wort gibt das andere und schon büchsen die beiden Teenager aus auf Abenteuersuche an der kanadisch-US-amerikanischen Grenze. Doch irgendwas rennt ihnen ins Auto und als sie todesmutig nachsehen, liegt da ein pelziges Affenirgendwas??? Sie wissen nichts damit anzufangen, jedoch machen sie schnell die Bekanntschaft mit den „Wächtern“, Menschen, die unter die Erde gezogen sind um den Gnomen den Weg in die Außenwelt zu versperren. Denn Gnome sind nicht pelzig, klein und putzig, nein, sie sind verschlagen, rabiat, garstig und extrem gelehrig. Alles was sie hören und sehen wird analysiert, kopiert und verbessert; eine echte Gefahr für die Menschheit also. Selbst unsere Sprachen haben sie geklaut, denn ihre eigene bestand nur aus den Worten: „Argh“ (in verschiedenen Schattierungen selbstredend).
Buckingham hat sich offensichtlich auf den Pubertierenden männlichen Teenager eingeschossen. Wenn man das weiß, ist es absolut ok und eine Zielgruppe braucht der Schreiber schließlich. Nein, im ernst, „Garstige Gnome“ ist ein wirklich toller Jugendroman. Ich finde ihn sogar besser als den direkten Vorgänger. Buckingham hat eine einfache, schnörkellose Sprache, aber einen durchweg giftigen Humor. Seine Figuren sind sehr menschlich, etwas zu gewitzt, aber heldenhaft, die Fabelwesen sind richtig fies, aber man muss sie mögen. Unmassen von Gnomen, die irgendwie alle männlich zu sein scheinen, aber wohl in Würfen kommen und in der Juvenilität Welpen genannt werden, ihre Sprache ist Argh und sie laufen einfach aus, wenn man sie absticht. Ganz liebreizende Wesen also.
Die beiden Hauptfiguren werden also in einen Krieg zwischen den unterirdisch lebenden Menschen und den Gnomen verwickelt. Sie haben dabei die Gelegenheit eine Reifeprüfung und bestehen ein großes Abenteuer mit Gnomen, sehr rauhen und pragmatischen menschlichen Wesen, vielen vielen Insekten, Dreck und Matsch. Sie werden Gnomfutter, kämpfen in der Arena gegen Käfer auf Leben und Tod und wiegeln die imperialen Gnombrüder gegeneinander auf.
Der ganz normale Fantasyalltag also. Als Jugendbuch absolut zu empfehlen und für Liebhaber des Genres natürlich auch. Eine kurzweilige Unterhaltung
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ROYCE BUCKINGHAM Garstige Gnome Roman Originaltitel: Goblins! – An Underearth Adventure Originalverlag: G. P. Putnam’s Sons, New York 2008 Aus dem Amerikanischen von Joannis Stefanidis DEUTSCHE ERSTAUSGABE “ Paperback, Klappenbroschur, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm „ISBN: 978-3-7645-3021-1 “ € 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 21,90* (empf. VK-Preis) Verlag:  Penhaligon

4 thoughts on “DieTürImWaldboden”

  1. „Buckingham hat sich offensichtlich auf den Pubertierenden männlichen Teenager eingeschossen“
    Das Büchlein schreit also quasi danach, von mir gelesen zu werden 🙂

    Ich hab entzückenderweise grad „Dämliche Dämonen“ als Hörbuch bekommen, wenns gefällt, nehm ich mir den Rest auch noch vor.

  2. „Du wirst das Ergebnis der Anhörung doch sicherlich unter die Bloggerwelt bringen!“

    Das klingt ja fast wie eine Drohung 😉
    Aber, sobald ich „Peter v. Bretts Siegelzeug“ zuende gehört und die Vertonung von „Die Chroniken der Drachenlanze“ ordentlich vergöttert habe, werde ich mich voller Inbrunst dem BUCKINGVERSUM widmen, falls mir nichts dazwischen kommt 🙂

  3. Aber selbstverfreilich!
    Sobald ich mich durch die „Goblins-Quadrologie“ und die bisher oder bis dahin verhöbuchten Teile der Drachenlanze gehört habe, nehme ich mir R.Buckingham vor.
    (falls mir nichts dazwischen kommt)… 😉

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