SpringBreakInManhattan

Twelve von Joel Schumacher

TwelveInhalt:
Es sind Frühlingsferien in New York und die Jugend der priviligierten Upper East Side Manhattans nutzt die Gelegenheit zum Feiern. Die meisten Eltern sind verreist oder auf Geschäftsreise und die Jugendlichen meist alleine nur mit dem Personal zurückgelassen. Die Frühlingsferien ist White Mikes ertragreichste Saison, denn die reichen Highschoolkids brauchen für ihre Partys Marihuana, damit dealt White Mike. Eigentlich gehört er irgendwie dazu, doch als vor einem Jahr seine Mutter an Krebs verstarb stand der Rest der Familie vor dem Aus. Der Vater hatte sein ganzes Vermögen in die Behandlungen der Mutter gesteckt und Michael kann mit der Situation nicht umgehen. Er schmeisst die Schule, trotz seiner guten Chancen nach Havard zu gehen und fängt an zu dealen. Doch dieser Frühling bringt nicht für alle Freunde den erhofften Spaß. Alkohol, Drogen und Steroide vermischen sich zu einem tödlichen Brei…

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p>Fazit:
Selten ließ mich ein Film so zerrissen zurück: Schrott oder Kunst? Ernst oder Persiflage?
Ich kann es nicht beantworten.
Einerseits fühlte ich mich total veräppelt, auf der anderen Seite gab es tolle glaubhafte Episoden.
Aber von Anfang an.
Joel Schumacher verfilmte mit „Twelve“ den gleichnamigen Erfolgsroman von Nick McDonell, der beim Schreiben des selbigen erst 17 war wie auch seine Hauptfigur White Mike. Leider wurde für die Rolle Michaels Chase Crawford verpflichtet, der zwar ganz schmuck ist, jedoch mit seinen 25 wirklich nicht mehr als Teenager durchgeht und einfach völlig deplatziert wirkte.
Das, was aber am meisten schockiert, selbst für Off-Stimmen-Liebhaber wie mich, ist der permanente Gute-Nacht-Erzähler im Hintergrund. Im Original ist es Kiefer Sutherland in der Synchro natürlich Tobi Meister. Leider spricht der Gute auch Brad Pitt und so sah ich also die ganz Zeit dessen Bild vor mir. Das wäre nur halb so schlimm, käme die Offstimme mal zu Ende.; die ersten 12 Minuten quatscht das Off pausenlos und erklärt uns erstmal die Zusammenhänge. Und als man denkt, es wäre überstanden, führt er alle Personen ein und zitiert und kommentiert und alles hört sich so an als lese er aus dem Buch eines Pubertierenden, was er ja wohl auch tut. Diese verbalen Ergüsse sind ziemlich infantil und möchtegern-weise und nerven unendlich.
Die Geschichte dreht sich dann letztendlich um eine kleine Gruppe dieser Upper Class Kids innerhalb von drei Tagen. In dieser kurzen Zeit wird eine von ihnen nach einmaliger Einnahme der neuen Droge Twelve, einer Mischung aus Extasy und Kokain, sofort abhängig und weil die Droge teuer ist und sie ihr ganzes Geld dafür verbraten hat, ist sie bereit alles dafür zu tun. Eine andere total schöne und hippe Braut will ihre Geburtstagsparty bei einem reichen, aber recht unattraktiven Freund feiern, der auch alles bezahlen darf und glaubt mir ihr in die Kiste zu kommen, dessen Bruder ist jedoch gerade aus einem Bootcamp ausgebrochen und hält sich unerlaubterweise zu Hause auf, voll mit Steroiden und einem Samuraischwert…und so weiter.
Die Rollen der Protagonisten sind allesamt richtig gut besetzt. Rory Culkin als der kleine Bruder und Partygeber Chris und sein durchgedrehter Bruder Claudes, gespielt von Billy Magnussen. Unglaublich gut spielt Emily Meade die hochbegabte und abhängige Jessica Brayson, ihre Mutter routiniert  dargestellt von Ellen Barkin und ebenfalls kleinrollig aber überzeugend Emma Roberts als White Mikes Freundin Molly. Auch alle anderen Nachwuchsdarsteller lohnen den Blick, doch irgendwie mochte ich das große Ganze nicht. Trotz großartiger Szenen mit der berauschten Jessica oder dem Amoklauf Claudes, verstörend glaubwürdiger Sequenzen mit Oberdealer Lionel (50%), bleiben die Figuren letztendlich sehr oberflächlich und dafür, dass es sich nur um drei Tage handelt passiert einfach zu viel spontan. Zudem behandelt der Film/das Buch ein Thema, das nicht wirklich interessant und nachvollziehbar ist. Interessiert uns „das Leid“ der superreichen wirklich? Sollen wir Mitleid haben, verstehen warum sie so sind wie sie sind: alleingelassen, verwöhnt, abgehoben, realitätsfern?
Ja und nein. Der Film gibt einen kleinen Hochglanzeinblick, ist von einer Milieustudie weit entfernt, hat aber was. Er ist nicht lustig, berührt nicht wirklich, befremdet zuweilen mit sterilen in weißem Studie gedrehten Rückblenden, Erinnerungen an Mikes Mutter.
„Twelve“ kann begeistern oder zu Hasstiraden animieren. Aus dem Kino kam das volle Spektrum und während meine Begleitung eine glatte 9 geben würde bin ich nur bereit 6 Punkten zu geben, aber mit der Empfehlung ihn vielleicht wenigstens mal auf DVD anzusehen und sich selbst ein Bild zu machen.6-10

USA / Frankreich 2010 – Regie: Joel Schumacher – Darsteller: Chace Crawford, Emma Roberts, Curtis „50 Cent“ Jackson, Zoë Kravitz, Rory Culkin, Emily Meade, Philip Ettinger, Esti Ginzberg, Jeremy Allen White, Ellen Barkin – FSK: ab 16 – Länge: 95 min.

6 thoughts on “SpringBreakInManhattan”

  1. Würde mich wirklich interessieren wie Du ihn findest. Ich glaube auch nicht, dass er hier großen Zulauf hat, wenn dann wegen 50Cent. Die Thematik ist dann doch sehr speziell.

    So wirklich große Rollen haben die beiden ja nicht, machen aber das Beste daraus. Rory ist mir nie so ins Auge gestochen, aber so als reicher schüchterner Bengel passt das schon 😀

  2. 50 Cent ist hier doch total populär! Kann mir schon vorstellen, dass da ein paar Tropfnasen wegen seines Bildes auf dem Plakat reingehen. Bei JCVD waren auch reichlich Typen drin die Action erwarteten und dann irritiert den Saal verließen :))
    Ja Preview von Moviepilot/Tobisfilmclub. Der soll am 14. Oktober starten.

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