ManLebtNurViermal

The Jacket von John Maybury

the-jacketInhalt:
Jack Stark wird im zweiten Golfkrieg tödlich verwundet und überlebt doch. Aus dem Dienst entlassen, weiß er nicht mehr wer er wirklich ist und kann sich kaum noch an Irgendetwas erinnern. Während er durchs Land irrt, trifft er auf eine drogensüchtige Frau und ihre Tochter, deren Wagen nicht mehr anspringt. Er hilft den beiden und wird später von einem Mann per Anhalter mitgenommen, als die beiden in eine Polizeikontrolle geraten passiert etwas, an das sich Jack nicht mehr erinnern kann. Er findet sich auf der Anklagebank wieder und wird als geisteskrank beurteilt und deshalb nicht wegen des Mordes an einem Polizisten verurteilt, stattdessen in eine Anstalt verbracht. Doch der Anstaltsarzt Dr. Thomas Becker hat eine äußerst seltsame Methode Jack „zu heilen“. Jack wird nachts in eine Zwangsjacke gesteckt und in einer Schublade in einem Leichenschrank geschoben, wo er mehrere Stunden ausharren muss. In Jacks Kopf flimmern Erinnerungen, Erinnerungen an Vergangenes und an Zukünftiges?

Fazit:
Eigentlich müsste der Film ja die Schublade oder der Leichenschrank heißen, aber egal. 
Mit „The Jacket“ hat John Maybury so ziemlich in jede Kiste gegriffen, die es gibt: ein bisschen Kriegsfilm, etwas Homecomingdrama, Liebesfilm, Mystery und Science Fiction. 
Während man in der ersten Hälfte des Filmes den Eindruck hat, es handle sich um ein Drama um einen kriegstraumatisierten jungen Mann mit Nahtoterfahrung, wechselt der Film über Mystery ins Science Fiction-Lager. 
Leider würde ich sagen, denn so wirkt der Streifen insgesamt sehr unentschlossen. 
Jack verarbeitet seine Kriegserlebnisse und die Vorkommnisse, wegen derer er verurteilt wurde. Er sieht in der Schublade vergangene Ereignisse aus dem Krieg oder die, wegen derer er im Irrenhaus gelandet ist sowie Zukünftiges. Er visioniert den Tod der Frau und des Mädchens, denen er geholfen hat, begegnet ihnen aber in der Zukunft. Er beeinflusst die Zukunft linear, um dann das Schicksal nochmals in die Hand zu nehmen und nach seinem Tod in einer andern Zeitebene sein Happy End zu finden. Dabei setzt er die Schublade gezielt für seine Zeitreisen ein.
Nun ja, das hört sich seltsam an, ist es auch, weil auch das Verhalten der Protagonisten auf den verschiedenen Zeitebenen nie ganz logisch ist.
Leider erschließt sich mir der Sinn der Geschichte nicht, denn Jack stirbt und ist nie wirklich Tod, hangelt sich von Zeitebene zu Zeitebene, ewig 27 Lenze jung. Vielleicht findet er ja letztendlich seine „Erlösung“ in der von ihm als perfekt gestalteten Zukunft. Wer weiß das schon so genau? Es scheint sich jedoch nicht um eine Vision während des Sterbens im Krieg zu handeln.
Die Story ist also kein Überflieger, dennoch überzeugt, der hier doch sehr dünne Adrien Brody wieder mal. Ohne ihn wäre das Ganze sicherlich nicht besonders sehenswert. Neben Brody sehen wir Keira Knightly (nicht schlecht, aber auch nicht dolle) sowie Kris Kristofferson als (böser) Dr. Thomas Becker, Jennifer Jason Leigh als Dr. Beth Lorenson, Kelly Lynch als Mutter Jean und Daniel Craig als Rudy Mackenzie, allesamt ok, aber viel gaben die Rollen auch nicht her.
Visuell ist der Film sehr ansprechend und mit einem Score von Brian Eno gefällig musikalisch unterlegt. Das Ende kann man als Hommage an James Bond „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ ansehen, passend zum letzten Satz singt Iggy Pop: „We Have All The Time In The World“. Hach ja, natürlich auch hier mit umstrittenem Sinn.
Isch weiß nicht, ob ich den Streifen wirklich empfehlen kann. Eigentlich nur der Vollständigkeit halber, sofern man Fan des einen oder anderen Schauspielers ist, bestimmt nicht, weil er ein Meisterwerk der modernen Filmkunst ist.5-10

Deutscher Titel The Jacket Originaltitel The Jacket Produktionsland USA, Deutschland Originalsprache Englisch Erscheinungsjahr 2005 Länge 103 Minuten Altersfreigabe FSK 16 Stab Regie John Maybury Drehbuch Massy Tadjedin Tom Bleecker Marc Rocco Produktion George Clooney Mark Cuban Steven Soderbergh u.a. Musik Brian Eno Kamera Peter Deming Schnitt Emma E. Hickox Besetzung Adrien Brody: Jack Starks Keira Knightley: Jackie Price Kris Kristofferson: Dr. Thomas Becker Jennifer Jason Leigh: Dr. Beth Lorenson Kelly Lynch: Jean Price Brad Renfro: Fremder Daniel Craig: Rudy Mackenzie

10 thoughts on “ManLebtNurViermal”

  1. haha, geht mir so wie flightattendant… ich glaube, ich hab mich damals geärgert, dass der gar nicht richtig ins kino kam, hab dann aber auch irgendwann vergessen, dass ich den sehen wollte und in der videothek nie danach geguckt. ich glaube, dann lass ich das jetzt auch – trotz adrien brody, den ich ja eigentlich sehr gerne sehe.

  2. Einer meiner Lieblingsfilme!!!..;-)
    (Hab natürlich die DVD.)
    War seinerzeit hellauf begeistert, weil „The Jacket“
    vom typischen Standard-Hollywood-Plot abweicht.
    (Vielleicht solltest vorher was rauchen..;-D

  3. Das sagst Du nur so… :)) (das mit den Liebesschwüren) – ist doch Männern in die Wiege gelegt sofort das Pferd zu satteln, wenn es schwülstig schwürig.
    Trotzdem, ich kann drauf verzichten, außerdem hat das hier ja schon pädophile Züge. Aber mag was Du willst ;-D

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