EinBelgierAufAbwegen

JCVD von Mabrouk El Mechri

jcvd_posterInhalt:
Jean Claude van Damme ist zurück in seine Heimat Brüssel gekehrt, nachdem er das Sorgerecht für seine Tochter in L.A. verloren hat. Trotz der Pleite, muss er seinen Anwalt ausbezahlen und schafft es gerade noch vor Geschäftsschluss in die nächste Post. Seltsam, die Kassiererin behauptet es gäbe kein Geld und nichts geht mehr. Jean Claude explodiert und pocht auf sein recht – es sind schließlich noch 10 Minuten bis zum Ladenschluss. Ehe sich van Damme versieht offenbart sich ihm der Ernst der Lage: die Post wird gerade überfallen. Jetzt ist auch er eine Geisel und die Bankräuber wissen die neue Situation für sich zu nutzen, denn ein berühmter Star in ihrer Gewalt muss sich doch auszahlen.
Für „die da draußen“ sieht jedoch alles ganz anders aus, denn Jean Claude van Damme, der verschuldete Star auf dem absteigenden Ast ruft aus einer verrammelten Post an, in der sich Geiseln befinden und geschossen wurde und stellt Forderungen. Ganz klar wer hier der Räuber sein muss…

jcvdFazit:
Für mich das Highlight dieses Festivals.
JCVD ist eine gelungene Mischung aus Komödie, Biografie und Thriller. Er beleuchtet die Person des Jean Claude van Damme aus einer ganz anderen als der gewohnten Sichtweise. Der Haupstrang der Geschichte, der Banküberfall, ist beängstigend und komisch zugleich. Drei Verbrecher, von denen einer total unberechenbar ist und desshalb brandgefährlich und einer absoluter van Damme-Fan, sich überhaupt nicht mehr einkriegend, zwingen den berühmten Karatestar intelligenterweise in die Rolle des Bösen zu schlüpfen und am Telefon mit der Polizei zu verhandeln, während er nach seiner „Pflichtkür“ von ihnen geschlagen und getreten wird und nichts sagen darf. Dazwischen sehen wir Rückblicke auf die Sorgerechtsverhandlung und die Hasstiraden, die sich van Damme vom Anwalt seiner Frau anhören muss, besonders im Hinblick auf seine gewalttätigen Filme. Man sieht van Damme in seiner letzten Produktion, in der irgendein an seiner Person desinteressierter Regisseur den mittlerweile 47 jährigen eine verdammt heftig lange und komplizierte Actionszene in einem Stück drehen lässt, die dann in der letzten Sekunde von einem Statisten geschmissen wird. Und als besonderes Glanzlicht erleben wir JC. in einem Monolog, ungeschnitten, scheinbar nicht einstudiert von sich und seinem leben erzählend – echte Tränen – das ging nahe.
Eindrucksvolle Kamerafahrten, lange uncut Szenen, sehr gute Darsteller und ein Jean Claude van Damme, 9der über sich hinausgewachsen ist; ein Film ohne Happy End. Sehenswert.

REGIE Mabrouk El Mechri DARSTELLER Jean-Claude Van Damme / François Damiens / Karim Belkhadra / Zinedine Soualem / François Beukelaers DREHBUCH Frédéric Bénudis / Christophe Turpin KAMERA Pierre-Yves Bastard Art Direction André Fonsny MUSIK Gast Waltzing PRODUZENT Sidonie Dumas VERLEIH KOCH MEDIA

7 thoughts on “EinBelgierAufAbwegen”

  1. Es lohnt auf jeden Fall, obwohl sich ein paar Herren in die Vorstellung verirrt hatten und dann nach kurzer Zeit gingen – die sahen aber auch nach klassischen Karate-Actionfilm-Fans aus und waren wahrscheinlich überrascht, dass sich JCVD nicht durch den Schlamm irgendeiner südamerikanischen Bananenrepublik robbt. Dass er auch noch französisch sprach war wohl zuviel :))

  2. Ich gebe ja zu den ein oder anderen der vielen Hundert JCVD Filme konsumiert und gemocht zu haben und ich habe mir gleich auch diesen angesehen und liebe Charles, jap endlich sind wir einer Meinung ein toller Film, ein gelungener Film zwischen Komödie, Drama und etwas das andere schlicht und ergreifend Leben nennen.

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